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Herr Dierk Schäfer
Evangelischen Akademie Bad Boll
Via Email:

1. August 2004

Sehr geehrter Herr Schäfer,
in mehreren Zuschriften und Telefongesprächen mit ehemaligen Heimkindern wurde ich gebeten zu der vom Tagung 15.-17 September der Evangelischen Akademie Bad Boll beizutragen um für die zu sprechen, deren Stimme und Klagen bis heute nicht gehört wurden.

Da eine Reise nach Deutschland mir im Moment nicht möglich ist, hoffe ich jedoch, dass mein ausführlicher Brief, der die Stimmen vieler Erwachsenen, die als Kinder misshandelt wurden vereint, zu einem globalen Bewusstsein beiträgt.
Ich lebe seit 13 Jahren in Kalifornien, USA, und arbeite seit 1994 mit Erwachsenen, die als Kinder misshandelt wurden. Seit 2000 besteht unsere Webseite "Adults Abused as Children Worldwide" und bald wird auch die Deutsche Webseite "EMaK" (Erwachsene Misshandelt als Kinder) zur Verfügung stehen.
Auf grund meiner misshandelten Kindheit und späteren 4 jährigen Heimerziehung als Jugendliche, forsche ich seit 10 Jahren nach der Ursache von Gewalt bei Menschen, die die natürliche soziale Struktur aus dem Gleichgewicht bringt. Gleichgültig, von welcher Seite ich beginne das mentale oder physische menschliche Fehlverhalten zu analysieren, das Ergebnis ist eine erschreckende Erkenntnis: Alle benennbaren Dysfunktionen können auf Kindesmisshandlung zurück geführt werden. In vielen Fällen ist auch eine Fötusschädigung und Geburtstraumata die Ursache.

Trotz neuro-psychologischen und psychiatrischen Berichten und neu erlassenen Gesetzen scheint es, dass weder der einzelne Mensch noch die Regierung in der Lage ist zu verstehen was es heißt: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“.
Wenn wir nicht verstehen, dass Opfer von Misshandlungen die Möglichkeit brauchen, die zerstörte Autonomie zu heilen, tragen wir dazu bei, dass sich das Rad von Gewalt weiter dreht.
Bei der Tagung der Evangelischen Akademie Bad Boll vom 15.-17. September kann ein Schritt in Richtung Heilung der menschlichen Würde gemacht werden, wenn nicht nur Heimkinder und Nazi-Geschädigte davon profitieren, sondern all jene, die ein Kindheitstrauma erlebten. Dieses Tagung bietet nicht nur den ersten Schritt zu Heilung vergangen Traumata, sondern öffnet das Fenster zu Misshandlungen die noch immer stattfinden.

Deshalb kann eine einmalige Tagung zu diesem Thema nicht genügen, da die Langzeitschäden des Nazi-Unrechts und der fast 300 Jahre währenden Schwarzen Pädagogik in einer Woche nicht zu erfassen sind.
Einen wirklicher Erfolg dieser Tagung würde ich daran müssen, wenn auch die gegenwärtig existierende Gewalt und die heutzutage stattfindenden Entwürdigungen von in der Gegenwart lebenden Menschen angesprochen und ein allgemeines Bewusstsein hierfür etabliert wird.
Bis jetzt hat die Bevölkerung nur logisch verstanden, dass es ein neues Verbot gibt ( von körperlicher Gewalt an Kindern), aber sie hat keinen emotionalen Zugang oder Bewusstsein, was Misshandlung ist. Der Grund für Misshandlung ist immer auf ein emotionale Störung zurück zu führen und kann deshalb nur mit Empathie, nicht aber mit Logik oder Gesetzen, geheilt werden.
Sich für die vergangen Verbrechen an Menschen zu entschuldigen ist ein wichtiger erster Schritt.
Wir wissen, dass eine Entschuldigung ein großer emotionaler Beitrag ist, der zur Heilung von Wunden beiträgt und in den Verwundenten ein Stück Selbstwert erwachen lässt.
Wenn es aber bei einer einmaligen Entschuldigung bleibt und keine psychologische Heilung der entstandenen seelischen Zerstörungen angeboten wird, war die Tagung nicht mehr als ein kalter politischer Deckel, der den gesellschaftlich von mentaler Krankheit brodelnden Topf wieder zudeckt. Dadurch wäre garantiert, dass sich die Geschichte der Vergangenheit wiederholen wird.
Kann wirklich ein Teil der Würde für die Opfer wieder hergestellt werden, die diese verloren haben? Ist es möglich, wirklich die Antwort zum Thema, „vor und nach 1945“ zu finden?
Ja, ich bin aus eigener Erfahrung davon überzeugt. Dazu ist es aber notwendig, die Wahrheit der Vergangenheit nicht länger zu verleugnen und ohne Anklage offiziell zu bekennen, wodurch die Opfer der Schwarzen Pädagogik entstanden sind. Nur dann kann eine Wiederholung von Misshandlung vermieden werden und eine Nation kann sich von der Wunde einer menschenentwürdigenden Vergangenheit erholen.
Als ersten Schritt sehe ich eine Opfer- Entschädigung ohne weitere politischen Diskussionen. Sollte das nicht geschehen widerspricht sich das Gesetz und setzt neue Maßstäbe für unterschiedliche Menschenwerte.
In jedem Fall sollte die Zeit, die viele Kinder und Jugendliche in Heimen unentgeltlich gearbeitet haben, als Rentenjahre angerechnet werden.
Diese Tagung, die für die misshandelten Opfer des dritten Reichs und der Kinderheime ist, muss weitere Tagungen nach sich ziehen, die das neue Kindschutzgesetz auch in Elternhäusern zu einer emotional bewussten Wirklichkeit bringen. Gleichgültig, wem wir die Verantwortung zuschieben oder wer die Verantwortung für das Fehlverhalten heute trägt, die zugefügte Gewalt wird immer von einzelnen Menschen ausgeübt, die das erlebte Muster ihrer Kindheit wiederholen.
Solange Eltern, Lehrer, Erzieher emotional nicht verstehen, dass ein Kind ein vollwertiger Mensch ist und das Recht auf die gleiche Menschenwürde hat, nähren wir weiterhin den Boden,auf dem die Gewalttaten wie Unkraut frei wachsen können. Nur wenn wir die Bedeutung der menschlichen Würde fühlen, werden wir diese nicht mehr verletzen.

Welchen Einfluss erlassene Gesetzen bisher hatten sieht man daran, dass diese, historisch gesehen, nichts wirklich verhindern haben. Verbrechen in jeder Form existieren nach wie vor und wachsen täglich. Alles was erreicht wurde war, Gewalttäter zu verurteilen und zu bestrafen. Dadurch wurde die mentale Einstellung dieser Täter zu der Tat selbst nicht verändert und der Beweis liegt in den Wiederholungen der Tat.
Welchen Einfluss hat das neue Kinderschutzgesetz auf das Denken und Handeln der deutschen Bevölkerung?
Die schwarze Pädagogik, in der Hierarchie, Befehl und blinder Gehorsam gelten, wird noch immer in vielen Familien an Kindern praktiziert.
Wie viele Kinder werden noch immer in Familien als Eigentumsobjekte betrachtet und leben in ständiger Angst vor der Willkür und den Zornausbrüchen der Eltern.
Ein 14-jähriger Junge sagte mir „ich halte die Tobsuchtsanfälle meines Vaters nicht mehr aus, ich wünschte, er wäre tot“. Ein Zwoelfjähriger meinte, emotional abgehärtet, „der Stock macht mir schon gar nichts mehr aus“. Eine 16-Jährige wünschte, sie wäre schon 18, damit sie endlich den Beleidigungen und der Vulgärität ihrer Mutter entfliehen könne. Eine 9-Jährige träumte davon, bei ihrer Schulfreundin zu wohnen, damit sie nicht immer so viel alleine wäre, wenn Mami in der Arbeit ist oder abends ausgeht. Wie zerstört das allgemeine Bild der menschlichen Natur ist zeigt sich daran, dass Materielles wichtiger ist als die Frucht unseres Körpers, das gesunde Weiterleben unserer Gene.

Haben sich Menschen in Deutschland nach dem Erlass des neuen Kinderschutzgesetzes wirklich geändert? Haben die Deutschen das neue Gesetzt verstanden? Wissen die Deutschen von den langfristigen Folgeschäden der Kindesmisshandlung, die mittlerweile weltweit bekannt
sind? Wer hat die Bevölkerung aufgeklärt?

Die „schwarze Pädagogik“ schwelt in der Gesellschaft wie eine immer wieder aufbrechende Brandwunde weiter.
Dass die Änderung des Kinderschutzgesetzes nicht die Einstellung in der
Bevölkerung geändert hat, musste ich 2002 in einer von mir gemachten
Umfrage erkennen.
"Was versteht die Bevölkerung unter Körperlichen Bestrafungen, seelischen Verletzungen und anderen entwürdigenden Maßnahmen?“ wollte ich wissen.

Bei meinem Deutschland Besuch in 2002 machte ich dazu eine Umfrage in einer belebten Einkaufstrasse in Augsburg, in der ich Passanten fragte, was sie von dem neuen Kinderschutzgesetz halten. Von den 68 Befragten, die Kinder hatten, bekam ich überwiegend ein und die selbe Antwort: “das wäre ja noch schöner, wenn mir die Regierung sagt, wie ich meine Kinder erziehen soll“. Eine Frau meinte aggressiv, „wenn die Regierung mir verbietet, meine Kinder zu schlagen, soll die Regierung meine vier Bälger abholen“. 62 der Befragten waren für die Prügelstrafe. Ein Mann meinte mit einem Lächeln, eine Ohrfeige hin und wieder könnte nicht schaden. Die restlichen meinten zögernd, man könnte vielleicht mal etwas anderes probieren, aber was? Meine zusätzliche Frage an die Antwortenden war, ob sie selbst in ihrer Kindheit geschlagen wurden.
Alle bis auf eine zirka 45 jährige Frau sagten ja. Als ich sie fragte, warum sie denn ihre Kinder schlage, antwortete sie leicht resignierend, "mein Mann will das so. Der glaubt noch immer, dass Zucht und Ordnung nur mit Schlägen erreicht werden kann". Was ist Zucht und Ordnung, fragte ich sie und sie erklärte, dass Kinder parieren müssen und den Eltern nicht auf der Nase herumtanzen dürfen. Noch einmal fragte ich sie, was sie damit meinte. Ihre Ausführung zu dem Thema schweiften ab und zeigten hauptsächlich Klischee-Denken: „man macht“, „Kinder müssen“, „man kann doch nicht“, - die Aufzählung war lang.
Mir wurde klar, warum die 45 Jährige sagte, dass sie als Kind nicht misshandelt wurde. Sie war sich gar nicht bewusst, was Misshandlung ist!

Erschreckend war auch, dass fast alle Frauen sich darüber einig waren, dass wenn sie das gewusst hätten, was sie heute wissen, sie keine Kinder in die Welt gesetzt hätten. Wie schrecklich, dachte ich. Nun müssen diese Kinder unter dieser Ungewolltheit deren Konsequenz die Vernachlässigung ist, leiden!
Der erste Satz im „Das Online-Familienhandbuch“ und “Das Recht auf gewaltfreie Erziehung” beginnt mit:“ ’Die Würde des Menschen ist unantastbar’, so lautet Artikel 1 unserer Verfassung, und dieser gilt für Erwachsene wie für Kinder gleichermaßen.“

http://www.familienhandbuch.de/cmain/f_Fachbeitrag/a_Rechtsfragen/s_125.
html

Solange die Bevölkerung nicht versteht, dass zur Erhaltung der Würde auch das mentale Wohlbefinden eines Menschen gehört und dass wir aus Geist, Körper und Seele bestehen und deshalb nur als gesunde Einheit derer gesund leben können, bleibt das Recht auf gewaltfreie Erziehung ein unrealisierter abstrakter Paragraph.
Vielleicht findet sich eine Aufklärungsform, die die Auswirkungen der mentalen und physischen Gewalt bildhaft darstellt. Es wäre sinnvoll zu zeigen, welche Effekte Beschämung, Erniedrigung, Vernachlässigung haben, dass Strafen, Schuldzuweisungen und das Auferlegen von unangemessener Verantwortung sich später im Erwachsenen als psychologische Störungen zeigen.
Wie Erziehung im einzelnen verstanden wird ist deutlich in einem Yahoo -Forum zu erkennen. Dort beraten sich Eltern, wie auch Alleinerziehende gegenseitig, wie sie am besten ihre Kinder bestrafen können!! Schläge werden überwiegend als die einzige Lösung betrachtet und der Ruf nach Prügel in der Schule wird in diesem Forum lauter.
Wie verteidigen sich die Kinder gegen die Übermacht von Gruppen von Erwachsenen, die sich Ratschläge via Internet einholen, wie man „die Gören“ richtig bestraft, oder, wie ein Lehrer aus Stuttgart sagt, wie ihm die Hand juckt, einem frechen jungen den nackten Arsch zu verhauen.
Eine Anzeige wurde am 4. 6. 2004 gegen diese Gruppe bei der Polizei eingereicht, der das Kinderschutzgesetz zugrunde liegt.
Vierzehn Tage später wollte die Anzeige Erstattende wissen, was in der Sache unternommen wurde und rief die Polizei an. Anstatt einer Antwort wurde diese von dem Beamten wie ein ungezogenes Kind zurechtgewiesen, dass sie die Anzeige am falschen Ort gemacht hätte und er nun die viele Arbeit habe, das an die richtige Stelle weiter zu leiten.
Nun endlich, 14 Tage später sind die Unterlagen bei der Polizeistation in Bad Homburg, Kriminalkommissariat Nr. 10, Sachbearbeiter Herr Link angekommen und erhielten das Aktenzeichen, St / 0699115 / 2004. Die Anzeige führte letztendlich zu nichts, da diese von der Polizei als eine Fantasie bewertet wurde. Dabei wurde übersehen, warum diese Forummitglieder Perversionen als Stimuli brauchen und diese einen Kindheitshistorischen Hindergrund haben, der oftmals als Vorlage für Anwendung benützt wird. In der Zwischenzeit geht der Austausch wie man Kinder misshandelt in dem Forum weiter, wo auch der Beweis vorliegt, dass diese Ratschläge befolgt und ausgeführt und Kinder geprügelt werden.
Hat das Hierarchiedenken, die elterliche Übermacht in der Erziehung noch
immer Priorität?

http://www.kraetzae.de/menschenrechtsreport/inhalt/familie/

Wenn nein, stellt sich die Frage, warum sind die Steiner Walldorfschulen noch immer das Exempel für Kindererziehung, deren Theorie untrennbar verbunden ist mit der Anthroposophie, einer »Geheimwissenschaft», und damit dem inhumanen Hierarchiedenken? Diese überholten Theorien werden immer und immer wieder wie ein vorgefertigtes Muster für Kindererziehung benutzt und dadurch die natürlichste Beziehung, die
Mutter-Kind-Beziehung, ausradiert.

http://www.jungewelt.de/2004/04-24/033.php
Die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“, 10. Dezember 1948, Artikel 5, besagt: „Niemand darf der Folter oder grausamer, unmenschlicher Behandlung oder Strafe unterworfen werden“.
Meine Frage ist, bezieht sich das Wort „Niemand“ auch auf Kinder?
Wohl nicht ganz. Das Hierarchiedenken wird sogar gesetzlich unterstützt.
Wenn der Mann in meiner Umfrage recht hat, dass eine Ohrfeige bei einem Kind keinen Schaden anrichtet, keine unmenschliche Behandlung ist, frage ich mich, warum dann Gerhard Schroeder, als erwachsener Mann, der die Möglichkeit hatte sich zu wehren, im Mai 2004 eine Anzeige gegen den arbeitslosen Lehrer, den Ohrfeiger, einreichen konnte.
Der Bundeskanzler ist ein erwachsener Mann und hat die Chance, sich
durch Eigeninitiative zu wehren. Welche Möglichkeiten hat ein angstvolles Kind, das unter den diktatorischen Familien-Regeln leben muss? Was weiß es von seinem neuen Recht, an das die Eltern nicht glauben?
Wie kann ein Erwachsener, der an das Hierarchiedenken, Ohrfeigen und an
Schläge glaubt, sagen, dass er keine Menschrechte verletzt?
Wann und wo beginnt die Ausführung / Umsetzung der Gesetze? Recht & Justiz / Familien Recht Gewaltschutzgesetz?
Wo beginnt die Würde eines Menschen, die gesetzlich unantastbar ist?
Leider haben die deutschen Staatbürger wie auch die Regierung nur logisch verstanden, was die Würde eines Menschen ist. Das Fundament der menschlichen Würde liegt aber auch im emotionalen Bereich, da der Mensch
eine Einheit ist. Aber wird akzeptiert, dass ein Kind eine Einheit ist, ein Wesen, das aus Geist, Körper und Seele besteht? Es wird noch immer nicht verstanden, dass es diese Einheit ist, die die Würde eines Menschen beherbergt und deshalb nicht verletzt werden darf und geschützt werden muss.

Dass die Würde noch immer angegriffen wird löst viel an Angst und schweigen aus. Unzählige Erwachsene, die als Kinder misshandelt wurden, erleben die Wiederholung ihrer Kindheit, sobald sie ihre unverschuldete Geschichte erzählen. Sie werden entwürdigt, beschämt und erdulden Schuldverschreibungen. Die Wenigen, die es wagen, die Folgeschäden von Kindesmisshandlung aufzudecken, werden entweder ignoriert oder weiterhin von Behörden erneut erniedrigt und entehrt.
Eine Frau, die als Kind misshandelt wurde und folglich als Jugendliche einen Nervenzusammenbruch hatte und in ein Institut eingeliefert wurde, ist heute arbeitsunfähig. Aber die Misshandlung geht weiter. Sie lebt am Existenzminimum und kann sich nicht einmal gesunde Nahrung leisten,
geschweige denn den Luxus eines Friseurs. Täglich lebt diese junge Frau in
Angst, dass ihre 8 Jahre alte Waschmaschine den Geist auf gibt, da sie nicht weiß, woher sie das Geld für eine Reparatur nehmen soll.

http://www.aaacworld.org/publication/art_D4.htm
und
http://www.aaacworld.org/publication/art_D3.htm

Mit dem Brandzeichen versehen in einer Anstalt gewesen zu sein, muss diese Frau sich nun der Beamten- Hierarchie und -Dominanz beugen, die ihr erklärt, dass misshandelte Kinder später keinen Anspruch auf Opferentschädigung haben. „In Deutschland muss niemand verhungern“, sagte die Beamtin, aber dass man von Sozialhilfe oder von einer niedrigen
Erwerbsunfähigkeitsrente auch nicht wirklich leben kann, sondern nur dahinvegetieren, wollte sie nicht wissen. Wo ist die Menschenwürde?

http://www.aaacworld.org/publication/art_openD2.htm
Opferentschädigung gibt es aber für Günter Lambrecht, der ein eintägiges Trauma überlebte und nun unter Ängsten, Schlafstörungen und Alpträumen
leidet. Wie sind wohl die Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung eines Kindes zu bewerten, das täglich in Angst vor der Gewalt hilflos und ausweglos den Menschen ausgeliefert sind, die es beschützen sollten. Sind das keine Opfer? Haben diese kein Recht auf Opferentschädigung?
Wie ist es möglich, dass Juergen Schubert, der von seiner grausamen Kindheit im Heim in seinem Buch „Mundtot“ erzählt, selbst nach Jahren noch kategorisiert wird und ein psychiatrisches Gutachten braucht, damit seine Geschichte geglaubt wird? Für mich ist das Menschen-entwürdigend.

http://www.aaacworld.org/info/Kommentar_mundot
und
http://www.aaacworld.org/info/inhouse3.htm

Wo ist die Menschwürde, wenn ich meine drei Lehrjahre nicht in meiner Rente angerechnet bekomme, die ich als gesellschaftlich Abgestempelte in einem Heim unter menschenentwürdigenden Bedingungen erzwungenermaßen Sklavenarbeit machte. Von der Tatsache abgesehen, dass alle Quellen immer wieder versiegen, die zur Aufklärung der fehlenden Beiträge für diese drei Jahre führen könnten, jede Anfrage bezüglich der Institution Mädchenheim Weiher bleibt unbeantwortet. Die LVA konnte weder durch die Krankenkasse noch das Einwohnermeldeamt Beweise über meine Existenz in den Jahren von 1965 – 1968 erbringen. Bis heute bin es nur ich, und die 400 anderen noch stummen Mädchen, die wissen, was in der fehlenden Zeit passiert ist.

http://www.emak.org/geschichten/vom_feuer_in_die_hoelle.htm

Wann wird das Gesetz der Würde des Menschen Wirklichkeit?
Im April 2001 verkündete Humans Rights Watch /“Childrens Right“, dass
Deutschland seit dem Jahr 2000 einer der 11 Staaten ist, die das
Schlagen von Kindern gesetzlich verboten haben.

http://www.hrw.org/reports/2001/children/action.htm

http://www.endcorporalpunishment.org/pages/progress/prohib_states.htm

Tatsache ist, dass in Deutschland noch immer Kinder in Angst leben, ein Trauma durch physische, mentale oder sexuelle Gewalt oder durch Vernachlässigung und Lieblosigkeit zu erleben. Wer entschuldigt sich bei diesen Kindern und denen, die heute Erwachsene sind? Wer trägt die Verantwortung für die traumatischen Folgeschäden von PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung), Angstzuständen, Depressionen und deren Auswirkungen, mit den diese Erwachsenen heute leben müssen? Wann beginnt der deutsche Staat, die Regierung und die Bevölkerung, die vielfältigen Folgeschäden von Kindesmisshandlungen von früher und heute anzuerkennen und gibt denen die Würde zurück, denen sie als Kind durch Misshandlung geraubt wurde?
Wie lange noch werden die Kinder der Gegenwart ihrer Würde beraubt, indem man Gewalt klassifiziert und kategorisiert, anstatt sie zu verhindern? Wie lange noch werden die Fehler der Vergangenheit und die gebrandmarkten Verdingkinder, die Misshandelten Deutschlands noch verleugnet? Wann werden alle Erwachsenen, die als Kinder misshandelt wurden, als Opfer einer Gewalt anerkannt und mit der Würde versehen, deren sie in ihrer Kindheit geraubt wurden?
Solange die Folgeschäden von Kindesmisshandlungen und ihre Opfer ignoriert werden, nur um der Welt das Bild eines guten intakten Sozialstaats zu präsentieren, ist eine Entschuldigungen bei den Opfern des Nazi-Unrecht und der Schwarzen Pädagogik ein Wiederspruch in sich selbst. „Die Würde ALLER Menschen ist unantastbar!“
Was ist eine Entschuldigung bei Opfern wert, wenn das Fundament, das diese Grausamkeiten möglich macht, weiter existiert? Aus diesem Grund, rufe ich alle Verantwortlichen auf, effektive Aufklärung in der Bevölkerung zu betreiben über die „Würde des Menschen“, und „was ist gewaltfreie Erziehung“. Dazu gehört aber auch das Wissen um die Folgeschäden, die durch Kindesmisshandlung entstehen. Die Wahrheit, dass Erwachsene als Kinder misshandelt wurden und dass die Folgeschäden Traumata sind, darf nicht verschwiegen werden.
Nur ein Mensch, der die Wunden seiner misshandelten Kindheit heilen konnte, ist in der Lage seine wiedergewonnene Würde zu fühlen und die Fortsetzung von Gewalt verhindern.
Mit freundlichen Grüßen
Sieglinde W. Alexander


Adults Abused as Children Worldwide www.aaacworld.org
und
Erwachsene Misshandelt als Kinder www.emak.org
P.O. Box 3058
Moriarty, NM 87035– USA
All that is necessary for the triumph of evil is that good men do nothing. --Edmund Burke

© Sieglinde W. Alexander

 

 
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Erwachsene erzählen
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  .....über die Erfahrungen
einer misshandelten Kindheit zu sprechen ist oftmals der erste Schritt
auf einem langen Weg
die unsichtbaren Wunden
zu heilen.
   
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