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Antwort
DEUTSCHER
BUNDESTAG
Ausschuss für Menschenrechte
und humanitäre Hilfe
- Sekretariat -
25.9.2006
Sehr geehrte Frau Dr. Däubler-Gmelin,
in Ihrem Aufgabenbereich (Webseite http://www.bundestag.de/ausschuesse/a17/index.html)
beschreiben Sie eine der wichtigsten Aufgaben – „Menschenwürde
und Menschenrechte sind gerade heute vielfach und häufig
bedroht.“
Ich begrüße vor allem den Satz: „Es geht darum,
Verletzungen zu korrigieren und Gefahren für die Menschenrechte
vorzubeugen - im Inland, aber auch dann, wenn solche Verletzungen
über nationale Grenzen reichen.“
Um die Glaubwürdigkeit Ihrer so wichtigen Aufgabe nicht ins
Wanken zu bringen, schlage ich allen Abgeordneten der Deutschen
Regierung einen Aufenthalt im Nachkriegs-Krisengebiet Deutschland
vor und bitte um Überprüfung der Angemessenheit von
Hilfsmöglichkeiten für die, die seit Jahren am Rande
der Deutschen Gesellschaft und außerhalb der Menschenrechte
leben müssen, weil die Menschenrechte in Deutschland in den
Nachkriegesjahren nicht gewürdigt wurden und die Folgeschäden
heute als Nebensache auf die Seite geschoben werden.
Die Stimmen derer, die von grausamen Erfahrungen erzählen
und die seit Jahren auf eine Korrekture ihrer Menschenrechte warten,
sind lauter geworden – aber niemand hört sie.
Ich setze hier voraus, dass sie Publikationen von ehemaligen Heimkindern
kennen. Die Liste der Betroffenen ist endlos, genauso wie ihr
Leiden, das bis jetzt, trotz aller Bemühungen, noch keine
glaubhafte Menschenrechtsvertretung mit Ergebnissen gefunden hat.
Dazu mehr im Detail in meinem offenen Brief an Herr Kuhnert
SPD http://www.emak.org/Briefe/Kuhnert.htm
Den über 500 000 Misshandelten, die in den Jahren 1949 -1975
in religiösen und staatlichen Heimen in Deutschland untergebracht
waren, werden noch immer die Grundrechte der Menschenwürde
und Menschenrechte versagt. Trotz einer Flut von Medienberichten,
publizierten Büchern und zahllosen persönlichen Erzählungen
von Misshandlungen werden diese Opfer nach wie vor ihrer Würde
beraubt, indem das Gesetz, wie auch die Regierung, diese Vorwürfe
politisiert, ignoriert und nach Auswegen/Ausreden gesucht. Den
Verantwortlichen wird erlaubt, sich in absolutes Schweigen zu
hüllen; dadurch werden die Misshandler der Vergangenheit
gestützt.
Die Systemanalytikerin Renate Schmidt (Nürnberg), SPD veröffentlichte
dieses Ergebnis: „Nach einer repräsentativen Studie,
die Renate Schmidt (Nürnberg), SPD, Systemanalytikerin vor
drei Jahren in ihrer Funktion als Bundesministerin für Familie,
Senioren, Frauen und Jugend in Auftrag gab, haben 40 Prozent der
befragten Frauen angegeben, körperliche und oder sexuelle
Gewalt seit ihrem 16. Lebensjahr erfahren zu haben. 42 Prozent
der Befragten hatten auch bereits Arten von psychischer Gewalt
erlebt. Wobei diese Formen von eingeschüchtert werden bis
hin zu Drohungen, Demütigungen und Psychoterror hatte. Die
Untersuchung basierte auf einer repräsentativen Gemeindestichprobe
von 10 000 Frauen in ganz Deutschland.“
Wenn wir diese Teilstudie auf die 500 000 Misshandelten umlegen
und deren Berichte über die erlebte Gewalt als Trauma anerkennen,
dann sehen wir zweifelsohne eine durch Trauma zerstörte Generation,
die das heutige Fundament Deutschlands bildet und eine demokratische,
menschliche Struktur vertreten soll. Wie aber können Menschen,
die niemals Menschlichkeit und Würde erfahren haben, die
weiterhin als Wertlose behandelt werden und leben müssen,
Menschenrechte und Demokratie vertreten, wenn sie deren beraubt
wurden?
Welche Menschenrechte kann Deutschland in anderen Ländern
vertreten, wenn die Menschenrechte im eigenen Land keine Anwendung,
keine Vertretung finden?
Meinen letzten Satz möchte ich mit einer Frage an Sie enden:
Haben wir, die Opfer von Misshandlungen, ein Recht auf eine Menschenrechtsuntersuchung?
Mit freundlichen Gruss,
Sieglinde W. Alexander
P.O. Box 3058
Moriarty, NM 87035 USA
Adults Abused as Children Worldwide
www.aaacworld.org
Erwachsene Misshandelt als Kinder
www.emak.org
Boxbook
www.boxbook.com
Mehr zu Menschenrechte:
http://www.fes.de/handbuchmenschenrechte/inhalt/s-1.htm
Für Kommentare und Publikationsgenehmigung
bitte benutzen sie dieses Link: admin@emak.org
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