Offener Brief an Herrn Kottnik Präsident des Diakonischen Werkes der EKD

4. Juni, 2008

 

Sehr geehrter Herr Kottnik!

 

Hier wird der Bock zum Gärtner gemacht, wenn ich Ihr Statement zum Deutschen Kinder- und Jugendtag lese.
Die Kirchen und Diakonien haben in den Jahren 1945 bis 1980 so viele Biografien von Kinder zerstört, dass es wie ein Hohn klingt, wenn Sie dort von Engagement ihrerseits und für die Entwicklung der Kinder für ihr späteres Leben sprechen.

Zitat: Zu viele Kinder in unserer Gesellschaft, häufig auch aus dem Milieu von Migrantenfamilien, können ihre Fähigkeiten nicht entwickeln, weil sie weder durch das häusliche Umfeld noch durch die Teilnahme an entsprechenden Bildungsangeboten Chancen bekommen. Sie brauchen zu den bestehenden Angeboten noch zusätzliche Unterstützungen."

 

Wenn die Kirchen und Diakónien in den Nachkriegsjahren so verfahren wären wie Sie es jetzt plötzlich verlangen, gäbe es keine gescheiterten und misshandelten Heimkinder.

 

Die Kirchen und Diakonien haben schwere Menschenrechtsverletzungen an den ihnen anvertrauten Kinder- und Jugendlichen begangen im Namen des Herrn. Ich wundere mich, dass Sie überhaupt noch ruhig schlafen können, wenn Sie an die Misshandlungen und Verfehlungen gegenüber den Nachkriegsjugendlichen denken.

 

Natürlich leugnen Sie alles ab, aber wir werden uns damit nicht zufrieden geben.

 

Wie sagte doch der bekannte Kirchenkritiker Karlheinz Deschner Zitat: »Nach intensiver Beschäftigung mit der Geschichte des Christentums kenne ich in Antike, Mittelalter und Neuzeit, einschließlich und besonders des 20. Jahrhunderts, keine Organisation der Welt, die zugleich so lange, so fortgesetzt und so scheußlich mit Verbrechen belastet ist wie die christliche Kirche, ganz besonders die römisch-katholische Kirche.«
(Deschner: »Die beleidigte Kirche oder: Wer stört den öffentlichen Frieden?«)

Hoffentlich wachen die Verantwortlichen von unserem Staat endlich auf und verhindern , dass Sie und die Kirchen heute und in der Zukunft keine Chance mehr erhalten, Kinder im Namen des Herrn zu misshandeln.

 

Ich hoffe, dass auch Sie irgendwann Ihre gerechte Strafe allein schon für Ihr Leugnen bekommen (Frontal 21 v. 22.4.08) und im Fegefeuer dafür schmoren müssen.

 

Helmut Klotzbücher

Ehem. Heimkind