Heimkinder fordern Schadenersatz ©vehev
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Der Münchner
Anwalt Michael Witti, der die Interessen der
Heimkinder vertritt, sagte dem Magazin, "die Firmen, die damals in Heimen
arbeiten ließen, müssen dafür zahlen - und zwar gewaltig". Je nach
erlittenem Leid sollten die Betroffenen Geld erhalten. Man müsse "über
Milliarden reden".
FOCUS berichtet auch von einem ihm vorliegenden "vertraulichen
Papier" der katholischen Deutschen Bischofskonferenz. Es enthalte die
Empfehlung, in der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit "moralische
Verantwortung" zu übernehmen. Eine Sprecherin der Bischofskonferenz sagte
auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Sonntag in Bonn, seit
längerem befasse sich eine Arbeitsgruppe unter Federführung des Deutschen
Caritasverbandes damit, die historische Situation in den Heimen aufzuarbeiten. Daran
beteiligt seien auch die Ordensgemeinschaften.
Nach Bekanntwerden der Vorwürfe haben die Kirchen
mehrfach ihre "moralische Verantwortung" für frühere Missstände
eingeräumt, zugleich aber vor falschen Verallgemeinerungen gewarnt. Aus ihrer
Sicht spricht nichts dafür, dass die von den Anwälten der Betroffenen
prognostizierte Opferzahl von 15.000 etwas mit der Realität zu tun haben
könnte. Namentlich bekannt seien bisher 115 Personen,
die Ansprüche anmeldeten, hieß es vor wenigen Monaten im Vorfeld einer Sitzung
des Bundestag-Petitionsausschusses.
Dem stehe eine weit höhere Zahl von Berichten mit positiven Erinnerungen
gegenüber. Eine systematisch angeordnete oder geduldete Misshandlung sei
jedenfalls auszuschließen. Der Bundesverband katholischer Einrichtungen und
Dienste der Erziehungshilfen (BVkE) hatte bereits im
vorigen Jahr erklärt, dass Misshandlungen keine generelle Praxis in kirchlichen
Heimen gewesen seien.
(KNA)