Erwachsene, die Missbrauch im Kindesalter
überlebten
Übersetzung von
Wer als Kind missbraucht wurde, kann mit schwerwiegenden
und lang anhaltenden Folgen zu tun haben. Solche Auswirkungen beinhalten den
Verlust von Vertrauen, Würde und Selbstrespekt.
Was ist sexueller Missbrauch?
Sexueller Missbrauch ist jede Form sexuellen Verhaltens zweier oder mehrerer Menschen, zwischen denen ein Machtgefälle besteht:
Erwachsener - Kind; älteres Kind – jüngeres Kind; Jugendlicher – jüngere Person sowie jede andere Situation, in der eine Person gezwungen wird teilzunehmen.
Es handelt sich um sexuellen Missbrauch, wenn sich das Opfer dessen nicht bewusst ist (zum Beispiel wenn es beim Baden beobachtet wird, während es das Badezimmer benutzt, sich umzieht etc.), wenn das Opfer schläft, bewusstlos ist, unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen steht oder wenn es zu jung, zu naiv oder überhaupt unfähig ist zu verstehen, was passiert.
Wie kann mich das beeinträchtigen?
Die Auswirkungen von sexuellem Missbrauch umfassen nicht auffällige bis gravierende Schäden. Gerade Kinder, die die schlimmsten Formen von Missbrauch erleiden – Missbrauch durch Familienmitglieder und massive physische Gewalt - zeigen Probleme in ihrer Verhaltensweise, die von Trennungsangst bis hin zu Posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS) reichen. Kinder, die Opfer von sexuellem Missbrauch geworden sind, sind auch häufig einer Vielzahl anderer Stressfaktoren und schwierigen Lebensumständen ausgeliefert, die z.B. Drogenkonsum der Eltern mit einschließen. Der sexuelle Missbrauch und seine Auswirkungen sind oft nur Teil der schlimmen Erfahrungen eines Kindes und der daraus folgenden Verhaltensweisen. Deshalb ist es oft schwierig, eine zutreffende Diagnose zu stellen. In Fällen, in denen sexueller Missbrauch vermutet wird, sind eindeutige, physisch sichtbare Anzeichen relativ selten. Aus all diesen Gründen sollte bei Verdacht auf sexuellen Missbrauch ein spezial ausgebildeter Psychologe aufgesucht werden.
Wer als Kind
sexuell missbraucht wurde, kann schwerwiegende und lang anhaltende Folgeschäden
davontragen wie:
·
Verlust von Selbstvertrauen, Würde und Selbstrespekt
·
geringes Selbstwertgefühl
·
Verlust von Vertrauen in die Zukunft
·
negative Auswirkungen sowohl auf die physische als auch
psychische Verfassung
·
Unfähigkeit, anderen zu vertrauen, nicht einmal
Familienmitgliedern und Freunden
·
unfähig zu entspannen und das Leben zu genießen
·
Verlust der Unschuld und Kindheit
·
Unruhe, Schuldgefühle und Angst
·
Sexualstörungen, sexuelle Isolation oder sexuelle
Überreaktion
·
Schwierigkeiten mit dem anderen Geschlecht
Weitere Folgen sind:
·
Missbrauch von Alkohol und Drogen
·
zwanghaftes Verhalten und Perfektionismus
·
Angstzustände
·
Selbstverletzendes Verhalten wie z.B.
Ritzen oder Verbrennen
·
Depression und Suizid
Körperliche Auswirkungen und Verhaltensänderungen
bei missbrauchten Kindern
Die
offensichtlichsten Anzeichen für sexuellen Missbrauch im Kindesalter sind die
physischen Faktoren.
Kinder, die
sexuell missbraucht werden, können Schwierigkeiten beim Gehen oder Sitzen
haben, befleckte, zerrissene oder blutige Kleidung tragen oder Schmerzen oder
Jucken im Genitalbereich verspüren. Manche Kinder weisen Blutergüsse oder
äußerliche Blutungen, Vaginal- oder Analblutungen auf.
Kinder können
auch bestimmte Verhaltensweisen aufzeigen, die auf sexuellen Missbrauch
hindeuten:
Diese
schließen ein auffällig sexualisiertes Spielverhalten, ein für ihr Alter
ungewöhnliches oder befremdliches Wissen über Sex und ein ungewöhnlich
aufdringliches Verhalten Gleichaltrigen gegenüber mit ein.
Kinder können
sich von ihren Spielgefährten zurückziehen, straffällig werden, von zu Hause
weglaufen oder sogar Suizid androhen oder ausführen.
Lehrer können
einen Leistungsabfall im Unterricht beobachten oder eine plötzlich auftretende,
spürbare Verhaltensänderung.
Das Kind kann
plötzlich übertrieben um seine Geschwister besorgt sein.
Das Kind zeigt
Angst vor Körperkontakt.
Einige allgemeine Fakten:
1 von 4
Mädchen und 1 von 6 Jungen sind irgendeiner Art von sexuellem Missbrauch
ausgesetzt.
In mehr als
75 Prozent der Fälle wird der Missbrauch von einem Erwachsenen begangen, den
das Kind kennt und dem es vertraut.
Die meisten
Missbraucher sind Männer, aber auch Frauen sind zu sexuellem Missbrauch fähig.
Sexueller
Missbrauch an Kindern ist jede Form von sexueller Gewalt an einem Kind unter 16
Jahren.
Sexueller
Missbrauch beinhaltet viele Formen:
·
Das Befummeln der Genitalien
·
Masturbation
·
oral-genitaler Kontakt
·
digitale Penetration (das Eindringen mit Fingern)
·
Vaginal- und Analverkehr
Einige Fakten zum sexuellen Missbrauch männlicher Opfer
1 von 6 Männern berichtet, bis zum Alter von 16 Jahren ungewollten direkten Sexualkontakt mit einer älteren Person gehabt zu haben. Werden hierbei indirektes Sexualverhalten oder sexuelle Handlungen ohne Körperkontakt wie sittenwidrige Zurschaustellung hinzugezählt, gilt sogar die Relation 1 von 4.
Zu den üblichen Symptomen von Männern, die sexuell missbraucht wurden, gehören:
Schuldgefühle,
Angstzustände, Depressionen, Isolation im zwischenmenschlichen Bereich,
Schamgefühle, geringer Selbstwert, selbstzerstörerisches
Verhalten, potstraumatische Stresssymptome (PTBS), äußere Vernachlässigung, Schlafstörungen, Albträume, Essstörungen wie
Anorexie oder Bulimie, Beziehungs- und / oder Sexualstörungen, Suchtverhalten
wie Alkoholismus, Drogenabhängigkeit, Spielsucht, Fresssucht, Verschuldung/Kaufsucht,
sexuelle Zwangsvorstellungen und Zwangshandlungen.
Die große
Mehrheit (über 80 Prozent) sexuell missbrauchter Jungen wird niemals zu Tätern
im Erwachsenenalter. Es gibt keinen ausreichenden Beweis dafür, dass sexueller
Missbrauch die sexuelle Orientierung eines Jungen grundsätzlich verändert, aber
er führt zu einer Verwirrung bezüglich der sexuellen Identität und beeinflusst höchstwahrscheinlich
das Verhalten in intimen Situationen.
Jungen fühlen
während des Missbrauchs oft physische sexuelle Erregung, obwohl sie von dem
abgestoßen sind, was passiert. Die Täter sind meistens Männer, die sich als
heterosexuell einschätzen. In den allermeisten Fällen sind sie dem Opfer
bekannt, aber ohne verwandtschaftliche Beziehung.
Warum sprechen Kinder nicht über den Missbrauch?
Während des
Zeitraums, in dem der Missbrauch stattfindet, erzählen Kinder meistens nichts
davon. Die Ursachen hierfür können sein:
·
sie werden vom Täter mit weiterem Missbrauch und Gewalt
bedroht, wenn sie jemandem etwas davon erzählen
·
sie haben Angst, dass man ihnen nicht glaubt
·
sie glauben, es sei ihre Schuld, dass der Missbrauch
geschehen ist
·
Sie können weder beschreiben noch verstehen, was mit ihnen
geschehen ist
·
Sie wollen ihre Familie oder gar den oder die Missbraucher
schützen, die sowohl männlich als auch weiblich sein können
Kinder, die
Opfer von sexuellem Missbrauch geworden sind, spalten manchmal das Erlebte eine
Zeit lang ab (d.h. sie können sich nicht mehr daran erinnern), aber die
Auswirkungen zeigen sich mit fortschreitendem Alter. Über das Geschehene nicht
zu sprechen bedeutet nicht, dass es verschwindet; im Gegenteil, es gärt weiter.
Erwachsene sprechen oft deshalb nicht über sexuellen Missbrauch von Kindern,
weil ihnen das Thema so unangenehm ist. Wenn aber Erwachsene über den
Missbrauch nicht sprechen wollen, bekommt das Kind möglicherweise das Gefühl,
dass es etwas gibt, wofür es sich schämen muss, was schmutzig ist und zu
schlimm, um darüber zu sprechen. Dies verstärkt aber nur im Kind die Gefühle
von Schuld und Scham sowie die Überzeugung, nicht normal zu sein, was seine
Probleme nur noch weiter verschlimmert.
Kinder fühlen
sich machtlos, den Missbrauch zu stoppen. Du kannst nicht dafür verantwortlich
sein, einer Handlung zugestimmt zu haben, die du nicht verstehst oder zu der du
gezwungen wurdest.
Warum ist das mir passiert?
Beachte: Die
Schuld liegt immer beim Missbraucher, niemals beim Opfer.
Egal wie
lange der Missbrauch zurück liegt, deine Gefühle sind wichtig. Es ist dein
Recht, dass man dir zuhört, egal was du sagen willst. Dadurch, dass du über
deinen Missbrauch sprichst, ist es gut möglich, dass du die Schwierigkeiten
bewältigst, die du als Erwachsener erlebst.
Wer sind die Täter bei sexuellem Missbrauch von
Kindern?
Die Mehrheit der
Sexualstraftäter sind Familienmitglieder oder Personen, die dem Kind bekannt
sind. Von einem Fremden sexuell missbraucht zu werden ist lange nicht so häufig
wie Missbrauch durch ein Familienmitglied. In den meisten Fällen sind es
Männer, die ein Kind sexuell missbrauchen, aber es gibt auch Fälle, in denen
Frauen Täterinnen sind. Entgegen einer allgemeinen Meinung sind homosexuelle
Männer nicht häufiger an sexuellem Missbrauch von Kindern beteiligt als
heterosexuelle Männer.
Original Artikel:
http://news.stv.tv/scotland/71030-adult-survivors-of-child-abuse/
21. Januar 2009
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