Heimopfer Runder Tisch Renten und Regierung
Von
Die Gründe
warum wir, die Heimopfer, eine Entschädigung verlangen, liegt in der Tatsache,
dass Heimkinder zu einer Arbeit gezwungen wurden und es daher versäumt haben, ihren
Wunschberuf zu ergreifen und weil darüber hinaus durch die erfahrene Gewalt ihre
Identität und Integrität zerstört wurde.
Genau dieser Zwang, diese
Zerstörung, dieses Kindheitstrauma war es, was zu den heutigen Rentenmissständen
führt. Die ehemaligen Kinder-Zwangsarbeiter und Missbrauchsopfer erfahren heute
noch einmal, durch die Verweigerung von Entschädigungen und durch die Absagen
von Frührentenanträgen, eine Entwertung.
Zuerst wurden die
Schutzbefohlenen von den Trägern der Heime zu billigen Arbeitskräften gemacht, für
die keine Rentenbeiträge abgeführt wurden und nun werden die heute psychisch Kranken
wieder gezwungen, unterwürfig ihr Haupt zu beugen und um Almosen zu bitten. Wir
stünden heute nicht vor dem Problem von Hartz IV für diese Menschen, wenn diese
Menschen in ihrer Jugend ihr eigenes Lebensziel hätten steuern und Berufe
ergreifen können, die zu einer angemessenen Rente geführt hätten.
Eine analytische Forschung würde
dokumentieren, wie viel der heutigen Hartz IV Empfänger in der Kindheit misshandelt
wurden und damals durch das Schweigen der Gesellschaft und der Blindheit der
Gesetze heute, im Alter, zu Bitsteller gemacht werden. Diese Unterdrückung
widerspricht nicht nur dem deutschen demokratischem Recht, sie widerspricht den
Menschenrechten.
Eine Frau, die seit dem 13
Lebensjahr Kindheit Psoriasis hat (eine Immunschwäche), die mit 29
Unterleibskrebs hatte, die seit Jahren mit niedrigem Cortisol (Immunschwäche)
leben muss, seit frühster Kindheit keine langen strecken gehen konnte und wofür
der Grund erst im Alter von 60 Jahren als Chiari Malformation diagnostiziert
wurde und die heute mit festgestelltem PTSD leben muss, welche eindeutig auf
ein impliziertes Kindheit/Jugend-Trauma zurückführen ist, bekommt keine
Frührente.
Der angegebene Grund der Ablehnung liegt nicht alleine daran, dass Arztberichte
nicht mehr beigeschafft werden können und/oder weil Rentenzeiten aus den Jahren
der Zwangsarbeit fehlen (die ja von den Zwangsarbeitgebern nicht einbezahlt
wurden) und der deutsche Staat in einer Wirtschaftkrise steckt, es liegt vor
allem daran, weil die „Gutachter des Sozialgericht“ nicht über das aktuelle
Fachwissen verfügen und daran, dass der Staat Schadensminderung an genau denen übt,
deren Lebensexistenz er half zu zerstören, indem die fehlende Aufsichtspflicht seitens
des Staates über jene Einrichtungen fehlte, unter deren Obhut die ehemals Minderjährigen
in staatlicher Aufsicht waren. Heute wiederholt sich das Muster der
Unterdrückung durch das Verhalten der Behörden und der Regierung wieder, die so
die Opfer noch einmal zu Opfern macht.
Um das wirkliche, bittere
Ausmaß einer Zerstörung von Lebens-Existenzen zu erkennen, bitte ich alle
Leser/Zuhörer sich vorzustellen, dass sie in der
Kindheit in einem Feld, im Moor, in einer Wäscherei, einer Schneiderei oder
anderswo Sklavenarbeiten verrichten mussten, anstatt die Gelegenheit ergreifen
zu können, die gewünschte Schule zu besuchen oder eine Ausbildung zumachen, die
ihre heutige Existenz und ihre Alterversorgung gesichert hätte. Anstatt dessen leben
diese psychisch Zerstörten heute mit PTSD, Depressionen, Angstzuständen,
Ich-Störungen, die wissenschaftliche erwiesen auf Kindheitstrauma
zurückzuführen sind, während die Unterdrücker durch ihre demals gesicherten Machtposition sich dieser zerstörten Leben nicht
Verantworten müssen, aber heute finanziell gut gesichert sich ihren
hierarchischen Machtmissbrauch der Verantwortung entziehen und dazu noch vom
Gesetz, durch die Verjährungsfrist, geschützt werden.
Nicht zu vergessen sind die körperlichen, psychischen und sexuellen
Misshandlungen, die viele diese Heimkinder über Jahrehinweg ertragen mussten,
die zweifelsohne anhaltende Folgenschäden hinterlassen haben.
Eine Ablehnung einer Entschädigungsleistung
oder die Ablehnung von Frührenten sehe ich als eine weitere systematische
soziale Ausgrenzung der in der Kindheit/Jugend traumatisierten und entwürdigten
Bedürftigen. Das alte Muster der Entwertung diktiert noch immer und das mit
Fehlern durchzogene Sozialgesetz und wird von
inkompetenten „Experten“ gestützt.
Deutschland hat sich eine große
Schuld aufgeladen und durch die Verletzung der Aufsichtspflicht es ermöglicht,
dass Minderjährige zu minderwertigen Menschen gemacht wurden. Um die Glaubwürdigkeit
eines Sozialstaates wieder herzustellen, sollte der Staat den heutigen Opfer
einer in der Kindheit bewusst angetanen Gewalt jetzt mit Genugtuung und Gerechtigkeit
begegnen, anstatt systematisch Schadensminderung zu betreiben, oder Opfer
als „coladeral damage“ zu sehen und sich selbst zu überlassen.
Die Rentengesetzte müssen den
neusten wissenschaftlichen Kenntnissen von psychischen Erkrankungen und
Misshandlungs-Enthüllungen angepasst werden. Die Opfer dieser schandbeladenen
Vergangenheit müssen eine gesellschaftliche/soziale Rehabilitation erfahren, der
nach einer verbalen Entschuldigung, angepasste Renten und eine finanzielle
Entschädigung folgen muss.