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Ehemalige Heimkinder und ihr heutiges Trauma
von Sieglinde W. Alexander

Die lange unterdrückte Wahrheit über seelische und körperliche Misshandlungen durch Mitarbeiter von kirchlichen und staatlichen Heimen wird in Deutschland endlich bekannt.

Zum ersten Mal kommt ans Tageslicht, wie nach dem zweiten Weltkrieg, bis in die jüngste Vergangenheit, die Würde, die Psyche und die Rechte von Kindern und deren Zukunft systematisch zerstört wurden. Das Buch von Peter Wensierski „Schläge im Namen Gottes“, die ZDF Sendung Frontal 21, sowie auch weitere schockierende Einzelgeschichten rütteln die deutschsprachige Bevölkerung wach.

Die Hoffung ehemaliger Heimkinder liegt heute darin, dass diese Misshandlungen in der Bevölkerung und auf politischer Ebene als Unrecht anerkannt werden; dass sie rechtliche und soziale Konsequenzen haben; und dass ihre Grundbedürfnisse wenigstens heute geachtet werden.

Es steht außer Frage, dass zur Aufarbeitung eines jahrzehntelangen Vergehens zuerst eine offizielle Anerkennung stattfinden muss. Nichts wird sich ändern, wenn das Unrecht nicht als Solches unmissverständlich benannt wird, um die Betroffenen vor weiteren Repressalien zu schützen.
Das Stigma, alle Heimkinder sind „böse Kinder“, muss gelöscht werden, indem die Bevölkerung darüber aufgeklärt wird, was das Gesetz unter Misshandlung versteht.
Selbst nach der Veröffentlichung des Buches „Schläge im Namen Gottes“, und anderen Informationen in den Medien, erhalten ehemalige Heimkinder entwürdigende Schreiben aus der Bevölkerung, welche die damalige Zeit entweder rechtfertigen oder sogar verleugnen wollen.
Wenn keine Aufklärung über das Thema Misshandlungen stattfindet, ist der Weg frei zu weiteren gesetzwidrigen Handlungen und macht eine Wiedertraumatisierung der Betroffenen möglich.

Doch damit allein ist es nicht getan.
Das erlittene Trauma ist in den Betroffenen weiterhin lebendig. Es verursachte in der Zeit, als sie die Misshandlungen erdulden mussten, langfristige psychische und soziale Schäden.

Der soziale Schaden besteht darin, dass Heimkinder auch als unbezahlte Arbeitskräfte verwendet wurden und heute weder eine Nachzahlung ihrer Leistung noch Rentenanrechungen für die Zeit erhalten.

Der psychische Schaden ergibt sich daraus, dass viele dieser Opfer aufgrund des erlittenen Traumas heute nicht mehr arbeitsfähig sind. Aber keiner fragt warum.
Ein Frührentenrecht aufgrund des erlittenen Traumas wird noch nicht eingeräumt. Viele Betroffene müssen um staatliche Hilfe eingeben.
Nach all den Jahren leben heute viele, die in der Kindheit misshandelt worden sind mit dem Trauma am Rande des Existenzminimums, ohne effektive Hilfe zu bekommen. Ein in der Kindheit traumatisierter Mensch aber braucht Heilung, also mehr als nur eine Schmerztherapie.
Frau Roswitha Kramm-Riewendt, Heilpraktikerin in Berlin sagt, *Wer als Kind verletzt wurde, muss auch als Kind wieder geheilt werden.*

Diese analytische Aussage wird weltweit von Trauma-Experten und Psychologen unterstützt. Doch der Betroffene kann sich von staatlicher Hilfe nur die professionelle Hilfe leisten die von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt wird. Die Lebensqualität für viele Trauma-Geschädigten hat sich im Laufe der Jahre deutlich verschlechtert, da zuviele auch nach Behandlungen, das erlittene Trauma weiterhin mit sich die schleppen.

Und so werden die Misshandlungen direkt und indirekt fortgesetzt.
Zuerst wird ein gesundes Kind durch das Erleben von Gewalt unfähig gemacht. Später, als Erwachsener, wird dieser traumatisierte Mensch an der kurzen Leine der Gesetze und Bürokratie unfähig gehalten und dadurch weiterhin stigmatisiert.

Wenn Politiker wirklich eine Klärung des erschütternden Themas "Kindesmisshandlung" suchen, müssen die Verantwortlichen, die Träger der Heime, die das Menschrecht so freizügig und profitbringend für ihre eigene Interessen interpretierten, und die Jugendämter die sich, statt dem Schutz der Kinder zu dienen, angesichts dieser Misshandlungen blind stellten, zur Rechenschaft gezogen werden.

Um zukünftige, weitere Verletzungen der Menschenrechte der Betroffenen zu vermeiden, muss die Würde der damals misshandelten Kinder und heute vielfach Geschädigten wiederhergestellt, müssen sie offiziell als Opfer von Misshandlungen anerkannt werden, selbst wenn die Konsequenzen unbequem sind.

*Referenz:
Naturheilpraxis Roswitha Kramm-Riewendt
10589 Berlin
Email: Roswitha_Kramm@web.de

Kommentar zu diesen Artikel: admin@emak.org

 

 
  Geschichten
aus der
Kindheit


Erwachsene erzählen
heute, was damals
niemand hören wollte.

  .....über die Erfahrungen
einer misshandelten Kindheit zu sprechen ist oftmals der erste Schritt
auf einem langen Weg
die unsichtbaren Wunden
zu heilen.
   
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