Ottawa - Kanada will seine Ureinwohner mit zwei Milliarden
Dollar (1,4 Milliarden Euro) für physische, psychische
und sexuelle Misshandlungen in staatlich geförderten
Schulen entschädigen. Die Summe stellt eine der höchsten
finanziellen Wiedergutmachungen für Inuits (Eskimos)
und Cree-Indianer sowie Angehörige anderer Stämme
in Kanada dar. Mit der Zahlung könne das Land endlich
eines der dunkelsten Kapitel in seiner Geschichte schließen,
schrieben kanadische Medien am Donnerstag.
Strenge Strafen
Kanada hatte seine Ureinwohner ein gutes Jahrhundert lang
- bis in die 1980er Jahre - gezwungen, ihr Reservat zu verlassen
und sich in Internatsschulen integrieren zu lassen. Dazu
gehörte, dass die jungen Inuits und Crees für
den Gebrauch ihrer eigenen Sprache, für kulturelle
und spirituelle Riten sowie andere Traditionen streng bestraft
wurden. Zahlreiche Schüler wurden fernab von ihren
Reservaten und ohne den Schutz der Eltern in den oft kirchlich
geführten Internaten auch sexuell ausgebeutet.
Experten führen die heutigen Probleme der Ureinwohner,
allen voran Alkoholismus, Gewaltausbrüche und Inzest
in den Familien, zum großen Teil auf das über
Generationen erlittene Unrecht in den Internatsschulen zurück.
Nach dem von Stammesführern akzeptierten Regierungsvorschlag
sollen etwa 80.000 Betroffene mit je 20 000 kanadischen
Dollar (14.200 Euro) entschädigt werden. Die Zahlungen
sollen Anfang 2007 beginnen, wobei Alte und Kranke zuerst
in den Genuss des Geldes kommen werden. (APA/dpa)
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