"Nein, in Österreich gab es solche Einrichtungen nicht".
Von
Schauen sie, da
könnte ja ein jeder kommen.
Mag ja sein, dass sie
nicht jeder sind, aber wo kämen wir da hin.
Weshalb stört sie das
"wir" in meinem Satz?
Nun bitte, wenn sie
fragen, "wir", das sind "alle".
Aber nicht jeder.
Wenn sie bei "alle" sein wollen, dann dürfen sie aber nicht
"jeder" sein.
Wir wollen das nicht.
Denn, da könnte ja
jeder kommen.
Tut mir leid,
aber einfacher kann auch ich es ihnen nicht sagen.
Je länger ich mich
mit der Idee eine "Gruppe" in Österreich zu gründen auseinander
setze, umso tiefer ich mich in die Materie über Kindesmissbrauch hinein
arbeite, umso unsicherer werde ich bei der riesigen Anzahl von Schicksalen,
Verbrechen, Arroganz und frech zur Schau getragener, vermeintlicher
Überlegenheit der Täterinnen und Täter.
Und als Betroffener
wird mir allmählich klarer, dass die Leugnungen dieser Verbrechen schmerzhafter
sind, als das was vor Jahrzehnten wehrlosen Kindern und Jugendlichen angetan
wurde.
Politikerinnen und
Politiker die sich verweigern an Aufklärung mitzuarbeiten, den Opfern zu
helfen, ihnen moralische Unterstützung zu geben, jene, die das urösterreichische Prinzip des "Net
amoi ignoriean" (Nicht
einmal ignorieren) praktizieren, einfach aus dem Grund, weil "das eh schon
so lang her ist", und "uns"
(Siehe Eingangstext) nichts angeht, sind mir
persönlich unendlich zuwider. Als vor einigen Wochen in österreichischen
Medien das Urteil der Republik Irland in Sachen misshandelter Kinder und Jugendlicher
geisterte, in Folge eine so genannte "Persönlichkeit" gefragt wurde,
ob zu "befürchten sei", dass nun auch in Österreich die Geistlichkeit
zu zittern habe meinte jener mit unnachahmlicher Penetranz :"Nein".
Es kam wie aus der Pistole geschossen. Er musste nicht überlegen, denn er
fühlte sich als der Überlegene. Überlegene überlegen nicht. Das ist
so. Auf die Nachfrage der Reporterin ."Weshalb",
erhielt sie zur Antwort: "No, weil es in Österreich solche Einrichtungen
gar nicht gegeben habe". Nun, entweder ist er ein ganz übler Lügner, was
ich aber von einer so honorigen Persönlichkeit nicht
annehmen möchte, oder er ist ein gnadenloser Dummkopf. Möglicherweise beides
zusammen, aber wie immer gilt die Unschuldvermutung.
Er könnte mir helfen
aus dieser Verwirrung zu entkommen, jedoch, und siehe da, er antwortet nicht
auf meine Schreiben, er übt sich im "Net amoi ignoriean", dabei, das
sei erwähnt, ist er gar kein Politiker.
Sie sind wie zäher
Schlamm, glitschige Masse, ich sehe sie in einem Bild vor mir, eine
Glasschüssel voll alten Haferschleim, sobald ich mit dem Löffel
die Schleimhaut auf die Seite schieben möchte, und es selten
genug schaffe sie ein kleines Stück zur Seite zu schieben, um
zumindest kurz auf den eigentlich Schleim blicken zu können, schon
schiebt sich von irgendeiner Seite die Masse nach und verklebt die Haut mit
neuem Schleim.
Je länger ich mich
mit der Idee...nein, ich werde mich nicht mehr damit
nur beschäftigen sondern sie auch umsetzen.
Schauen sie, da könnt ja jeder kommen.
Mag ja sein, dass sie
nicht jeder sind.
Ach so? Eine Gruppe sind sie?
Na, das ist ja gleich
was anderes.