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Veröffentlicht auf openPR am 18.04.2006 um 15:36 Uhr
PR Agentur: wwsc Märkte und Medien
(openPR) - Traumatisierungen deutscher Kriegskinder sollen
endlich wertfrei diskutiert werden
Bis vor fünf Jahren wurde überhaupt nicht darüber
gesprochen“, erzählt Helga Spranger, Vorsitzende
des Vereins kriegskind e.V. in Strande und Ärztin für
Neurologie und Psychiatrie. Eine bislang unbekannte Zahl
von Deutschen, die im 2. Weltkrieg Kinder waren, leidet
an Spätfolgen dieses Krieges.
„Noch immer ist es schwierig, über die Traumatisierung
der Deutschen zu sprechen“, meint Helga Spranger.
Die Diskussionen über das deutsche Tätervolk hätten
die seelischen Schäden der Zivilbevölkerung in
den Hintergrund gedrängt. Dieses Leid sei aber längst
nicht nur ein deutsches, sondern ein europäisches Thema
und muss ohne Schuldfrage behandelt werden, fordert kriegskind
e.V.
„Die Einwirkungen der Traumata sind auf Erwachsene
und Kinder gleich stark gewesen. Die Erwachsenen haben sich
aber eher um die eigenen Sorgen gekümmert, die Kinder
wurden damals nicht gefragt, wie es ihnen geht“, sagt
Helga Spranger. Oft blieben die Schäden über Jahre
unerkannt und lange Zeit wurden überhaupt keine Zusammenhänge
zwischen dem Krieg und seelischen Erkrankungen hergestellt.
Die Traumata bleiben aber wirksam. Bei Eintritt in den Ruhestand,
Krankheit oder Verlusten von Angehörigen kommen sie
wieder ans Licht und können komplexe seelische oder
psychosomatische Krankheitsbilder auslösen. Auch die
nachfolgenden Generationen leiden unter den Spätfolgen
des 2. Weltkrieges. Waren die Eltern als junge Menschen
Opfer, wurden sie später manchmal auch zu Tätern
ihren Kindern gegenüber.
Kriegskind e.V. widmet sich der Diagnose, Behandlung und
Erforschung von Spätfolgen kriegstraumatisierter Kinder
des 2. Weltkrieges und späterer kriegerischer Auseinandersetzungen
und fordert, dass Krankenkassen und Sozialversicherungsträger
das Problem erkennen und Personen über 58 Jahren angemessene
Therapien garantieren.
Kontakt:
Dr. Helga Spranger, 1. Vorsitzende Kriegskind e.V.
Email: kriegskinder@web.de
Telefon: 04349 919457
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Die kompletten Interviews stehen als Podcasts (Audiodateien
zum Download) unter www.tm-sozial.de . Moderiert wird TM
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2004 wurde wwsc für das Kommunikationsmanagement der
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Redaktion TM sozial
Kathleen Brons
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EMaK publiziert diesen Artikel mit Genehmigung von Frau
Dr. Helga Spranger
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