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Der Erwachsene, der als Kind verbale Gewalt erlebte
von Sieglinde Alexander


Verbal misshandelte Kinder werden oft zu wütenden, aggressiven und überkritischen Erwachsenen und zeigen asoziales Verhalten und Dissoziation.
Verbal aggressiven Menschen mit cholerischen Tendenzen begegnen wir in allen Lebensbereichen, die wir intuitiv, aus einem Gefühl von eigener Erfahrung von Gewalt heraus, vermeiden.

Die ständige Anwesenheit von verbaler Gewalt in der Kindheit verhinderte, dass das Kind im kritischen Entwicklungsalter eine eigene Identität entwickeln konnte. Als Erwachsener verwendet er/sie zwangsläufig das in der Kindheit erlernte Muster als Lebensleitfaden.

Die Folgen verbaler Gewalt im Kindesalter zeigen sich sehr früh im Jugendstrafvollzug, in Psychiatrien, Drogenkliniken, Anlaufstellen gegen häusliche Gewalt, auf Schulhöfen und auf der Straße, in Leichenschauhäusern und anderswo.
Andere wiederum werden zu überangepassten Menschen, die es immer nur anderen recht machen wollen, in eine emotionale Abhängigkeit geraten und jede Kritik vermeiden.
Eine Studie von Psychologieprofessoren und Kollegen des McClean Hospitals, USA, verglich die Schäden an Kindern, die verbaler Misshandlung ausgesetzt waren, entstanden durch häusliche Gewalt, physischen und sexuellen Missbrauch. Die Untersuchung ergab, dass Kinder, die „nur“ verbal missbraucht wurden unter denselben Problemen leiden wie die Opfer von physischer Gewalt. Verbal missbrauchte Kinder leiden unter Schwierigkeiten, mit Ärger umzugehen, gewalttätigem Verhalten, Depressionen und andere Störungen, die auch bei Kindern in Zusammenhang mit physischer Gewalt üblich sind.

Kinder, die verbale Misshandlung erleiden, sind nicht nur durch ihre Eltern gefährdet, sondern auch durch andere Familienmitglieder, Lehrer, Trainer, Aufsichtspersonen und untereinander. Die zwangsläufige Folge ist eine weitere Schädigung wie grundsätzliches Misstrauen in Autoritätspersonen. Einem Kind kann man nicht dafür die Schuld geben, dass es den Erwachsenen nicht mehr vertraut, wenn es durch ausgerechnet diejenigen verbale Erniedrigung erfahren hat, die es eigentlich schützen und ihm ein Gefühl von Sicherheit und Geliebtsein vermitteln sollten.

Ein Kind kann von Erwachsenen Begleitung und Stabilität erwarten.
Wenn wir aber Kinder anschreien, beschimpfen, erniedrigen, beleidigen, verspotten oder anderweitig verbal angreifen, traumatisieren wir sie ebenso als wenn wir sie geschlagen hätten. Körperliche Verletzungen heilen schneller als das verzerrte Selbstbild, das ein Mensch ein Leben lang in sich trägt. Das verbal misshandelte Kind lernt sich selbst zu verachten und das liebevolle Wesen, das zu entwickeln seine eigentliche Bestimmung war, herabzusetzen, zu ersticken und abzutöten. Es kann auch sein, dass diese Kinder ihre negativen Erfahrungen an andere weitergeben und sich denen überlegen fühlen, die sie selber als minderwertig ansehen, um ihren eigenen verletzten Selbstwert aufzubauen.

Später als Erwachsene fehlt ihnen die in der Kindheit nie erlebte Erfahrung von Liebe und Lebenswert und sie zeigen deshalb Instabilität, fehlende Reife und fehlendes Selbstbewusstsein. Das eingeprägte Muster der verbalen Gewalt der Kindheit wird vom dem nun Erwachsenen bewusst oder unbewusst weitergegeben.
Forschungen belegen, dass Gewaltimplikation ein erlerntes Muster ist.
Der Psychiater Martin Teicher vom McLean Hospital/Harvard University und
Dr. Robin Fancourt, Neuseeland, erklären in ihren Publikationen, dass durch Kindheitsmisshandlung der Grundstein dafür gelegt wird, dass der Erwachsene wieder misshandelt.

Um die Wiederholung der verbalen Gewalt zu verhindern wäre die Auflösung des frühkindlich implizierten Traumas nötig. Dies kann allerdings nicht in kognitiver Therapie geschehen. Kognitive Therapie ist nichts anderes als das Lernen eines neuen Musters das nichts mit unserem eigentlichen Wesen zu tun hat: Über die korrigierende emotionale Erfahrung

Quellen auf Englisch:
New Study on Verbal Abuse Good Timing for Alec Baldwin Case:
http://www.associatedcontent.com/article/227622/new_study_on_verbal_abuse_good_timing.html?cat=17

SCIENTIFIC PROOF-ABUSED INFANTS CAN GROW UP TO BE ABUSIVE ADULTS:
Dr Robin Fancourt, New Zealand paediatrician and child abuse expert: http://www.aaacworld.org/info/scie1.htm

Childhood abuse hurts the brain:
Psychiatrist Martin Teicher - McLean Hospital/Harvard University
http://www.hno.harvard.edu/gazette/2003/05.22/01-brain.html
http://www.narsad.org/research/summaries/teichermartin-2005ii.html http://www.news.harvard.edu/gazette/2007/04.26/05-abuse.html

Psychological research has not only demonstrated that violence is learned.
It has also identified the factors that put children at the greatest risk of perpetrating or being victimized by violence, along with the prevention and intervention programs that work.
http://www.apa.org/ppo/issues/pbviolence.html

Weitere wissenschaftliche Arbeiten auf Englisch:
Folgeschäden durch Misshandlungen:
http://www.aaacworld.org/info/research.htm

 

 
  Geschichten
aus der
Kindheit


Erwachsene erzählen
heute, was damals
niemand hören wollte.

  .....über die Erfahrungen
einer misshandelten Kindheit zu sprechen ist oftmals der erste Schritt
auf einem langen Weg
die unsichtbaren Wunden
zu heilen.
   
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