Fred Schippers                                                  Essen 28.02.2008

          Gerhard-Stötzelstraße 17

          45139 Essen

 

 

 

          Betrifft: Ehemalige Heimkinder und ihre Aufarbeitung

 

 

 

          Lieber Fr. Alexander

          Ich schreibe ihnen diesen Brief weil ich es für sehr wichtig halte,

          meine Kindheit auf zu arbeiten. Wenn das überhaupt möglich ist?

         

          Mein Name ist Fred ich bin der Jüngste von 11 Geschwistern die

          ihre Kindheit in einen Heim verbracht haben. Ich möchte hier

          detailliert schildern wie es uns im Heim ergangen ist.

         

          Ich möchte dabei ausdrücklich betonen das die hier geschriebenen

          Angaben der Wahrheit entsprechen. Was ich jederzeit eidesstattlich

          versichern würde.

         

          Im Jahre 1960 wurde ich in das Kinderhein Schloß Dilborn gebracht

          als 1 von 12 Geschwistern. Damit fing mein Leidensweg an.

          Das Kinderhein wurde zu damaliger Zeit von dem Orden der

          Armen Dienstmägde Jesu Christi geleitet, die zu der Zeit über

          keine Pädagogische Ausbildung verfügten.

          Ich möchte noch hinzu fügen das zu der Zeit, meine anderen

          Geschwister schon in diesem oben angegebenen Heim unter gebracht

          waren.

         

          Soweit ich mich zurück erinnern kann, kam ich mit 3 Jahren in den

Kindergarten bei Schwester Ernestine. Wenn wir dort etwas verbotenes 
gemacht haben wurden wir Stundenlang in die Besenkammer gesperrt,
die Kammer war nicht größer als etwa 80x80cm und stockdunkel,
die Angst die ich dort ausgestanden habe war unbeschreiblich ich
leide Heute noch darunter !

          Samstags wurden wir mit 4 Kindern in eine Wanne gesteckt und

          wen wir in der Woche nicht brav waren wurden wir in der Wanne so        

          lange unter Wasser getaucht bis wir keine Luft mehr bekamen.

         danach wurden wir ins Bett gebracht und wen nur einer einen Ton

         von sich gab wurde er wieder,und das über Nacht in die   Besenkammer gesperrt.

         Es gab noch ander Züchtigungen von den Nonnen.

        Wenn wir das uns vorgestellte Essen nicht aufgegessen hatten, mussten
         wir uns mit ausgestreckten Händen hinstellen und wurden mit einem

         Holzhandfeger oder einen Rohrstock aus Bambus mehrmals auf die          
         Fingerspitzen geschlagen.Sie könne sich nicht vorstellen was das für         
         Schmerzen verursacht.

         Wen wir beim essen nicht gerade saßen wurde uns eine Gabel in den

         Rücken gedrückt.

         Wen wir mist gebaut haben was bei Kindern halt vorkommt.

         Mußten wir auf Knien den Boden mit Schmierseife wischen.

         Da ich gerade von Schmierseife spreche fällt mir ein das wir uns

         in der Wanne mit Schmierseife die Haare waschen mußten, dadurch

         wurde Seife gespart.

         Beim baden mußten wir die Unterwäsche die wir schon eine Woche

         an hatten am Körper tragen damit sie schon vorgewaschen wurde.

         Wir wurden gezwungen Lebensmittel zu essen die wir nicht mochten

         Beispiel: Harzer Roller oder Mengen von Sauerkraut.

         Zum teil haben wir uns unsere Lebensmittel aus dem Wald holen

         müßen.

         Beispiel:Pilze,Brombeeren,Walbeeren,Hollunder der dan als Saft

         verarbeitet wurde.

         Die Nonnen haben somit viel Geld gespart und konnten sich ungehindert
         an den Kindern bereichern.

         Getragen Kleidung wurde an den nächst Kleineren weiter gegeben

         wofür wir uns in der Dorfschule zutiefst geschämt haben.

         Wir wurden in der Schule gehänselt weil wir zum teil mit Lumpen

         rum liefen.

        

         Als ich 7 jaher alt war kam ich eine andere Gruppe weil ich ein

         in der Heim eigenen Grundschule eingeschult wurde.

         Da ging es erst richtig los mit den Misshandlungen.

         Der Lehrer der Grundschule wurde ausdrücklich von den Nonnen

         ausgewählt,er machte das was die Nonnen verlangten dafür bekam er        
         ein Haus zu verfügung gestellt wo er mit seiner Frau wohnen konnte.

 

         Dieser Lehre war der sadististe Lehre den ich in meinem Leben

         kennen gelernt habe.

         Wen wir eine Antwort oder unsere Hausaufgaben nicht korekt waren

         mußten wir uns mit nackten Hinter auf das Lehrerbult legen und er

         schlug uns mit dem Rohrstock mehrmals auf den nackten Hintern

         und das vor der ganze Klasse.

         Die Nonnen waren genaustens informiert über die Zustände in der   
         Heimeigenen Schule.

         Nach der Schule ging das Martyrium weiter jetzt konnten sich die    
         Nonnen an uns austoben.

         Nach Schlägen mit dem Handfeger oder Rohrstock manchmal auch
         ein Schlüsselbund der uns auf den Kopf gehauen wurde, das waren  
         sehr große Bundschlüssel.

         Was erhebliche Beulen verursachte.

         Nach dieser quälerei mußten wir arbeiten das heist Parkanlagen       
         reinigen, putzen bis zum umfallen sowohl Jungs wie Mädchen.

         Und das jeden Tag.

         Schlimm fand ich es wen es auf Ostern zu ging das war die Hölle.

         Am Karfreitag ging der Marthon los, wir mußten auf Knien den

         Kreuzweg im Park lang rutschen.

         Abends waren unsere Knie so geschunden das wir kaum noch laufen         
          konnten.

         Und immer wieder in die Kirche zu Gott beten das wir arme Sünder          
         sind und das Stunden lang.

         Ich möchte noch etwas zu dieser heuchlerichen Gläubigkeit sagen.

         Diese Kreuze die wir auf blutigen Knien lang rutschen mußten,

         haben wir selber bezahlt das ist das grausame dabei.

         Und zwar haben wir jedes Jahr für den Förster Eicheln gesammelt

         die dann im Winter als Tierfutter verwendet wurden für 1 Zentner   
         bekamen die Nonnen 20 DM was nie den Kindern zu gute kam.

         Zu der damaligen Zeit betrieben die Nonnen noch einen Bauerhof    
         vor Ort um sich an  den Erträgen zu bereichern.

         Das heist wir Kinder mußten schwerste arbeit auf dem Feld ver -

         richten.

         Als Berge von Kartoffeln im Keller eingeholt waren mußten wir uns

         vor die Kartoffelberge setzen und die Faulen aussortieren das hat    
         Tage gedauert in diesem dunkelen Keller,und mit der dreckigen        
         Kleidung ging es am nächsten Tag in die Schule im Dorf,
         jetzt können sie sich sicher vorstellen was die Dorfkinder dazu sagten.

         Es ist unvorstellbar was wir darunter gelitten haben.

         Ich hatte richtig Angst in die Schule zu gehen.

         Immer wieder Schläge damit das allles reibungslos ablief.

 

         Jetzt möchte ich noch über Missbrauch an Kindern in diesem

         Heim sprechen was mir sichtlich schwer fällt ich muß immer wieder
         Schlucken aber es muß sein.

         So grausam das es  an die Öffentlichkeit gehört, sie werden sich sicherlich
         fragen warum ich erst jetzt darüber spreche.Angst einfach nur Angst das
         die Nonnen mir als Erwachsenen das Leben Zur Hölle machen.
         Die Kirche hat sehr viel Macht.

         Wir hatten in unsere Gruppe einen angehenden Priester der von den
         Nonnen dazu angehalten wurde uns zu beaufsichtigen.

         Das war ein sehr grausamer Mensch.

         Wir hatten eine Gemeinschaftsdusche wo wir einmal die Woche

         unter Aufsicht des Piesters duschen durften natürlich mit Unterhose.

         Wen er schlecht gelaunt war zog er sich wahrlos einen Jungen aus
          der Dusche und schlug ihn mit dem Rohrstock auf den nackten Hintern.

         Abends ging er durch die Schlafräume holte sich einen Jungen trug  
         Ihn aus dem Zimmer und verging sich an ihm. Das haben die Nonnen
         alles gewust und nie etwas gesagt wen wir uns beschwerten was selten
         vor kam gab es Schläge damit wir den Mund halten.

         Auch die Älteren Jungs haben sich an den Jüngeren vergangen.

         Genauso lief das ab ich schreibe hier die Wahrheit und nichts als die Wahrheit.

        

         Jetzt möchte ich noch was in eigener Sache berichten als meine Schwester
         und ich 3 und 4 Jahre alt waren wollte man uns in die Psychiatrie bringen
         zum Glück haben das meinen anderen Geschwister verhindert sonst wäre
         meinen Schwester und ich einen noch schlimmeren Leidensweg gegangen
         obwohl das schon reicht was sie hier lesen.

         Ich möchte hier noch einmal betonen das was ich hier nieder geschrieben
         habe ist die Wahrheit das könne meine Geschwister bezeugen.
         Bitte veröffentliche sie das hier geschriebene.

 

         Ich habe lange geschwiegen es wird Zeit das den Kindern geholfen   
         wird einen Menschenwürdiges Leben zu führen.

         Das ist mein Aufruf an die Öffentlichkeit schaut nicht weg es könnte
         euer Kind sein was da gequält wird bitte denkt nach.

         Das schreibt euch ein Mensch der mit seinen Geschwistern gelitten  
         hat und Heute noch leidet. Unter Trännen hab ich diesen Brief geschrieben .   

        

                                                                                    Fred