Die Spirale von Gewalt und Willkür
Die Geschichte von Walter Lindner
Das Kind und später der Heranwachsende erlebt Folter,
Demütigung, Ausbeutung – und unfassbaren sexuellen Missbrauch.
Seine Geschichte erzählt Walter auf: http://www.emak.org/geschichten/Walli%20Ruebezahl.htm
Es ist unfasslich, dass er zu den Vorfällen im
Rübezahlheim trotz der Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Hannover vom April 08
noch immer nicht vernommen wurde.
Die schwere Traumatisierung in Kindheit und Jugend
hat Auswirkungen auf den Erwachsenen. Er kämpft um ein würdiges Leben und
unterzieht sich mehreren Therapien. Seine erste Ehe scheitert, als die
gemeinsame Tochter ein Jahr alt ist. Die Mutter erzählte dem Mädchen, der Vater
sei gestorben. Das Jugendamt Hildesheim unterstützte diese Lüge. Walter wird das
Besuchsrecht verwehrt mit der Begründung, die Mutter befinde sich in einer
neuen Beziehung, das Kind habe einen neuen Vater und halte Walter für tot. Das
Jugendamt unterstützt Walter nicht, fordert den „toten“ Vater aber später auf,
den Aufenthalt seiner Tochter in einer Jugendwohngruppe mit zu finanzieren.
Walter gründet eine neue Familie, bekommt drei
Töchter. Die Beziehung zerbricht. Er bekommt die Kinder zugesprochen. Im Jahr
2004 holt Walter die Vergangenheit ein. Mit dem Stigma der Heimvergangenheit
gebrandmarkt werden ihm vom Jugendamt ohne ausreichende Begründung seine Kinder
weggenommen. Sie sind zwei, drei und acht Jahre alt. Sein eigenes Schicksal
wiederholt sich. Seine Töchter kommen in Pflegefamilien des Kinderdorfes
Lipperland e.V. in Barntrup.
Irgendwann gibt es einen Lichtblick. Der Schmerz der
Familientrennung scheint ein Ende zu nehmen. Eine Gutachterin untersucht Walter
auf seine Erziehungsfähigkeit und prüft die möglichen Lebensumstände der
Kinder. Sie sieht eine gute Möglichkeit, dass die drei Mädchen endlich wieder
zu ihrem Vater zurückkehren können.
Im März 2008 bekommt Walter durch seinen Anwalt
mitgeteilt, dass eine Rückführung bis zum Sommer 2008 in Frage käme. Hoffnung
machte sich breit. Bereitwillig gewährt Walter einer weiteren Gutachterin
Einblick in seine Akten. Darin befindet sich auch der Bericht über die
freiwilligen Therapien Walters, doch sein freundliches Entgegenkommen wird ihm
zum Verhängnis. Nie waren diese alten Unterlagen auf ihre menschenverachtenden,
Walter Lindner schädigenden Inhalte hin geprüft worden. Doch die
Verfahrensbevollmächtigte entscheidet gegen die geplante baldige Rückführung
der Kinder. Sie hat sowohl die Kinder als auch den Vater innerhalb von fünf
Jahren nur zwei Mal gesehen. Dem Vater bleiben das bekannte demütigende Gefühl
der Ohnmacht und die Gewissheit, erneut zum Opfer menschlicher Willkür geworden
zu sein.
2008 kommen die beiden Jüngsten in eine
Kinderwohngruppe der Einrichtung. Anfang April 2009 wird Walters jüngste
Tochter kurz vor ihrem 8. Geburtstag Opfer sexueller Gewalt: in ihrem
Kinderheim, das angeblich so viel besser für den Schutz und das Wohl der Kinder
zu sorgen in der Lage sei .Das Mädchen erlebt sexuellen Missbrauch, der ihre
Psyche und ihr weiteres Leben beschädigt. Walter wird viel zu spät von diesem
Vorfall unterrichtet. Durch seine Tochter erlebt er die grauenhafte
Wiederholung seines eigenen Schicksals. Doch ohne das Sorgerecht hat er keine
Möglichkeiten einzugreifen.
Wieder ist er entmündigt und zu einem „Menschen zweiter
Klasse“ gestempelt. Ein fast aussichtsloser Kampf um den physischen und
psychischen Schutz seiner Tochter und um eine lückenlose Aufklärung des
sexuellen Missbrauchs beginnt. Eine Rückführung des Kindes wird dringlich.
Hilflos muss Walter erkennen, dass die Sorge nicht dem missbrauchten Mädchen
gilt, sondern dem „guten Ruf“ der Einrichtung. Längst sind die Chancen zur
lückenlosen Aufklärung absichtlich vertan. Längst ist das Mädchen durch
Pädagogen des Heimes beeinflusst - die Rechnung geht auf.
Zynisch wird er auf sein Recht auf eine Strafanzeige
aufmerksam gemacht mit dem Hinweis, sie werde im Sande verlaufen. Am 29. April
09 erstattet Walter bei der Polizei Hildesheim Strafanzeige. Am 6.Mail 09 tagt
ein Runder Tisch wegen des Vorfalls. Man zieht sich auf die Behauptung zurück,
es habe sich lediglich um ein „kleines Doktorspiel“ zwischen Kindern gehandelt;
eine skandalöse Aussage angesichts des großen Altersunterschieds von 6 Jahren.
Der Fall wird verharmlost, das Mädchen und ihr Vater geraten zwischen die
Mühlsteine behördlicher Gewalt.
Bei den kurzen Treffen, die dem Vater gewährt werden,
zeigt seine Tochter das auffällige Verhalten nach sexuellem Missbrauch. Sie
sendet stumme Hilfeschreie, die der Vater sehr wohl versteht. Er meldet sie an
die Verantwortlichen und an die Polizei, aber er bekommt keine Unterstützung.
Auch die 9jährige Tochter macht einen unglücklichen, belasteten
Eindruck. Ist sie in Sicherheit? Bei den seltenen, nicht kontrollierten
Telefonanrufen wagen alle drei Kinder ihrem Vater zu sagen, dass sie sich
wünschen, zum ihm zurückzukommen.
Kein Sorgerecht, keine Hilfsmöglichkeit. - Der
aktuelle Anwalt von Walter Lindner zeigt Mitgefühl, hat aber nicht den nötigen
Biss, um die Interessen seines Mandanten und dessen Kinder angemessen
durchzusetzen.
In diesem höchst verwickelten Fall scheinen sich
sämtliche beteiligten Einrichtungen und Behörden gegenseitig zu decken. Die
Rechtsverletzungen und Versäumnisse müssen nun systematisch aufgedeckt und vor
Gericht vertreten werden. Es ist schwierig, einen mutigen Anwalt zu finden, der
sämtliche Mauscheleien und Seilschaften aufzudecken willens und in der Lage
ist.
Die Macht der Ämter und Behörden, die
Gleichgültigkeit ihrer Vertreter sind groß. Wie viel Schmerz, Demütigung und
Ohnmacht muss ein Mensch noch ertragen? Müssen wirklich zwei Generationen durch
dieselbe Hölle gehen, bis endlich angemessen reagiert wird?
27.05.09
Die
Originaldokumente können bei Walter Lindner zur Einsicht angefordert werden.
Walter Lindner
Einumerstraße 61
31135 Hildesheim
E-Mail: