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Primärtherapie ist keine „Urschrei“-Therapie.
In der Primärtherapie geht es nicht einfach darum, Leute
zum Schreien zu bringen; Primärtherapie war nie „Schreitherapie“.
Der Urschrei war der Titel des ersten Buches von Dr. Janov über
Primärtherapie.
Wer dieses Buch gelesen hat, wusste, dass einige Leute schreien,
wenn sie Schmerz fühlen. Andere schluchzen oder weinen einfach.
Wir waren hinter dem Schmerz her, nicht hinter mechanischen Übungen,
wie z.B. gegen die Wand zu schlagen und „Mama“ zu
schreien. Diese Therapie hat sich von einer Behandlung, die im
Wesentlichen eine Kunstform war, in eine Wissenschaft gewandelt.
Diese Therapie ist gefährlich in ungeübten Händen.
Es gibt Hunderte von Leuten, die etwas praktizieren, was sie „Primärtherapie“
nennen, ohne einen einzigen Tag Ausbildung gemacht zu haben, und
andere, die behaupten, von uns ausgebildet worden zu sein, obwohl
sie entweder gar nicht hier waren oder nie annähernd so weit
waren, ihre eigene Therapie oder die Ausbildung an Dr. Janovs
Primal Center abschließen zu können.
Wenn die Menschen erst für ihren Schmerz geöffnet sind,
sind sie anfällig für Manipulation. Ein Therapeut, der
Kontrolle braucht, wird seine Patienten kontrollieren, und er
wird den Therapieverlauf kontrollieren; er erkennt nie, dass sein
Patient die Kontrolle über seine/ihre Gefühle verlieren
muss, die an Orte führen, die sich der Therapeut nicht vorstellen
kann, weil er nicht zulassen wird, dass er selbst die Kontrolle
verliert. Ein Therapeut, der völlig ohne Kontrolle agiert
und eine „Alles-geht“-Einstellung zur Therapie hat,
wird den fragilen Patienten nicht sehen, der Struktur braucht,
und somit jemand zum Wahnsinn oder Selbstmord treiben. Die Möglichkeiten
des Missbrauchs sind grenzenlos.
Es dauert Jahre, Therapeuten in Primärtheorie auszubilden
und sie zu lehren, Primärtherapie richtig auszuführen,
die von Dr. Janov und seinem Personal mit 30 Jahren Berufserfahrung
zu einem wissenschaftlichen Instrument vervollkommnet worden ist,
anstatt weiterhin eine Kunstform zu sein. Wir haben selten gesehen,
dass die Therapie außerhalb des Centers von anderen korrekt
praktiziert wurde, und wir verbringen sehr viel Zeit damit, Patienten
aus diesen anderen sogenannten „Primärkliniken“
zu behandeln. Wir haben den Schaden gesehen, der entstehen kann,
wenn die Therapie nicht korrekt ausgeführt wird. Wenn Sie
daran denken, mit jemandem Therapie zu machen, werden wir alle
Behauptungen überprüfen, welche diese Person hinsichtlich
einer Ausbildung bei uns macht, und uns mit allen Bedenken befassen,
die Sie vielleicht haben.
Real Beaulieu inseriert als Zertifizierter Primärtherapeut
aus Dr. Janovs Primal Center. Herr Beaulieu ist nicht nur NICHT
zertifiziert, sondern wurde aufgefordert, aufgrund von Inkompetenz
als Primärtherapeut und aufgrund unethischen Verhaltens das
Ausbildungsprogramm zu verlassen. Seine Behauptung, vom Janov
Center zertifiziert worden zu sein, ist deshalb falsch und unehrlich.
Wir können ihn nicht als Primärtherapeut empfehlen.
In Quebec wirbt Pierre Riopel damit, jahrelang Ausbildung an
Dr. Janovs Primal Center gemacht zu haben. Das ist keine zutreffende
Darstellung seiner Ausbildung, da er unsere klinischen und theoretischen
Kurse nur sporadisch besucht hat. Er bewies kein ausreichendes
Kompetenzniveau, als dass er sich als Primärtherapeut des
Primal Centers bezeichnen oder behaupten dürfte, auf dem
Stand der Therapeuten unseres Primal Centers zu sein.
Hier folgt der Bericht einer unserer Patientinnen über die
„Behandlung“, die sie im Namen der Primärtherapie
erhielt. Das ist eine von vielen Geschichten, die wir regelmäßig
erhalten.
Was sie uns erzählte, hat uns so tief schockiert, dass wir
beschlossen haben, einen wesentlichen Teil unserer Webseite den
Horror-Methoden zu widmen, die überall auf der Welt angewandt
werden, um in der sogenannten Primärtherapie Gefühle
auszulösen.
Wir haben Leute, die ohne richtige Ausbildung - oder ohne irgendeine
Ausbildung überhaupt - vorgeben Primärtherapie zu praktizieren,
immer als Pseudo-Therapeuten bezeichnet. Wir haben immer versucht,
die Öffentlichkeit davor zu warnen, dass „Primärtherapie
in ungeübten Händen gefährlich ist.“
Jahrelang befassten wir uns damit, den psychischen Schaden zu
reparieren, der arglosen Patienten zugefügt wurde, die man
fälschlicherweise glauben machte, sie bekämen tatsächlich
Primärtherapie. In gewisser Weise konnte man das verstehen:
Wie könnte jemand auf die Idee kommen, dass „Fachleute“,
die sich als Primärtherapeuten ausgeben, nicht die geringste
Ahnung von Primärtherapie haben?
Meistens haben sie keine Ahnung. Diese Berichte sind Geschichten,
die man uns erzählt hat, oder das, was wir selbst miterlebt
haben, als wir versuchten, den Schaden zu beheben, der den Leuten
zugefügt worden war.
Für uns ist es offensichtlich, wenn sich jemand einer Scheintherapie
unterzogen hat. Meistens reagiert der Patient ab. Abreaktion sieht
wie ein Feeling aus (von außen), fühlt sich an wie
ein Feeling (von innen), ist aber kein Feeling. Die Merkmale der
Abreaktion sind vielfältig und unmissverständlich. Die
offensichtlichsten Zeichen sind, dass es den Patienten nicht besser
geht, dass sie vielleicht noch mehr ausagieren und dass sich ihr
Leben nicht ändert. Sie haben keine oder sehr wenige Einsichten.
Sie erleben ständig dasselbe Feeling ohne Auflösung.
Das Aussehen und der Klang abreaktiven Fühlens unterscheidet
sich sehr von dem eines „realen“ Gefühls. Der
Patient ist nie so weit, dass er sein „Bedürfnis“
fühlt, was der wichtigste Teil des Fühlens ist und der
tiefst lösende.
Alice: Die „Geburtsgeschichte“ – Bericht über
eine Behandlung in Mullingstorp in Schweden vor zweieinhalb Jahren
„Sie machten schreckliche Sachen mit mir. Es gab vier Handlungen,
die ich als die schlimmsten erinnere. 1. Sie sagten, sie würden
eine Geburtssache machen, so dass ich noch einmal geboren werden
könne. Die 20 oder so Patienten hatten 3 oder 4 Personen,
die assistierten (Assistenten oder sogenannte Therapeuten, einige
von ihnen arbeiteten dort gegen Gewährung ihrer eigenen Therapie,
etc.).
Eine (weibliche) Person kniete mit weit gespreizten Füßen
auf dem Boden, während ich zwischen ihren Beinen lag, wobei
mein Gesicht gegen den Boden gedrückt war und zwei andere
Personen auf mir lagen und mich niederhielten, sodass ich nichts
sehen und kaum atmen konnte. Ich war in der Falle gefangen. Sie
sagten mir, ich solle mich bewegen und darum kämpfen, durch
ihre Beine durchzukommen – die sie fest geschlossen hielt
– um eine Geburt nachzuvollziehen.
Ich wurde immer verzweifelter. Dann legte die Managerin –
vor der ich mich fürchtete, seitdem ich das erste Mal mit
ihr am Telefon sprach – ihre Hand über mein Gesicht
und fing an, meine Atmung anzuhalten. Es war das Schlimmste, das
ich je in meinem ganzen Leben gefühlt habe. Es war Grauen
und Verzweiflung. Ich war völlig verschreckt. Ich hatte eine
solche Höllenangst. Ich dachte, ich würde sterben. Ich
dachte, sie würden mich dort umbringen.
Schließlich ließen sie meinen Kopf und meine Schultern
durch; dann tauschten sie die Personen aus und ließen es
mich immer wieder tun. Dann geriet ich in Panik. Es fühlte
sich an wie Stunden – auch wenn es nicht so war –
aber ich nahm nichts mehr bewusst wahr. Als ich endlich durch
war, war ich mir der Wirklichkeit nicht bewusst. Ich war so hoffnungslos
im Grauen versunken, dass ich fortfuhr, mich zu winden und auf
dem Boden herumzukrabbeln, bis mich jemand aufhielt und ich zusammmenbrach.
Dann ließen sie mich allein auf dem Boden zurück.
2. Eine Therapeutin brachte mich in ein isoliertes Zimmer mit
Matratzen etc., und sie ließ mich so stehen, dass meine
Beine zwei Fuß auseinander waren und meine Hände auf
meinem unteren Rücken und mein Kopf nach hinten geneigt.
In dieser Stellung ist der Kopf zu schwer, und die Muskeln beginnen
bald müde zu werden und zu zittern.
Ich war so verängstigt, dass sich alle meine Muskeln zusammenzogen,
bis es sich anfühlte, als wären sie aus Stein, was eine
Schutzreaktion meines Körpers war. Meine Muskeln brannten
vor Erschöpfung, weil ich sie so fest angespannt hielt. Das
Brennen war ein schrecklicher Schmerz.
Ich bat sie aufzuhören, sagte ihr „Ich kann es nicht
ertragen“ und weinte. Sie antwortete: „Du musst für
dein Leben geradestehen. Vielleicht bekommst du nie eine Chance,
dich selbst zu heilen. Das ist deine Chance. Willst du dein ganzes
Leben lang leiden?“ Ich musste durchhalten; ich hatte schon
so viel Therapie gemacht und dachte, wenn ich das nicht machen
würde, würde ich mich selbst umbringen. Aber das traumatisierte
mich 100 Mal mehr als ich bereits war. Ich versuchte, es ein bisschen
länger auszuhalten, und dann kam das Grauen in mir hoch und
ich schrie und schrie und war so erschöpft, dass ich fast
nicht mehr auf meinen Füßen stehen konnte.
3. Treffend „Faschistenhandlung“ genannt: In der
Gruppe haben sie uns in Paare eingeteilt, und sie sie sagten uns,
dass wir abwechselnd einander Faschisten sein sollten. Sie sagten,
dass wir nahezu alles tun könnten, außer einander anzupinkeln
oder sexuell oder gewalttätig zu sein. Wir sollten alles
tun, um den anderen zu erniedrigen und sich schlecht fühlen
zu lassen, wie es ein Faschist tun würde.
Mein Partner war ein Mann, der Informationen über meinen
möglichen sexuellen Missbrauch in der Vergangenheit benutzte,
die ich der Gruppe zum Wochenbeginn während unserer Vorstellung
gezwungenermaßen mitgeteilt hatte. Ich hatte ihnen während
des Interviews mitgeteilt, dass einige Therapeuten, bei denen
ich in der Vergangenheit war, sexuellen Missbrauch vermutet hatten,
als ich ein Kind war. Ich wollte es nicht in der Gruppe vorbringen,
weil ich es nicht sicher weiß.
Mein Partner tat alles, um mich zu erniedrigen, ließ mich
meine Kleider ausziehen außer meiner Unterwäsche und
meines BHs. Ich hasste das, weil ich mich schwer tue, zu Männern
Beziehungen herzustellen und keinen habe, und er ließ mich
im Zimmer umherlaufen, meine Beine heben als würde ich marschieren,
wobei alle (einige Leute saßen einfach an die Wand gelehnt
da) zusahen. Dann veranlasste er, dass ich mich auf den Boden
zu legen hatte, und setzte seinen Fuß zwischen meine Brüste,
übte Druck aus, nicht zu fest. Er war der beherrschendste
und sarkastischste Typ aus der Gruppe. Den Rest habe ich ausgeblendet.
4. Eine Therapeutin und zwei Assistenten brachten mich in ein
kleines Zimmer. Eine der Frauen saß mit gespreizten offenen
Beinen auf einer Matratze mit einem Kissen auf ihrem Schoß.
Ich legte mich auf meinen Rücken mit meinem Kopf auf dem
Kissen. Der männliche Assistent lag auf mir und machte ein
paar Bewegungen, um mir Angst zu machen. Und ich hatte wirklich
Angst. Ich schrie und weinte und bekam so viel Angst. Und ich
habe große Probleme, mit Leuten Beziehungen herzustellen
und ihnen nahe zu sein – auch körperlich - , so dass
es wirklich schwer war für mich. Ich erinnere mich nur an
das Grauen. Es gab viele Aktivitäten, keine Pause, und uns
wurde nicht erlaubt miteinander zu reden; wir mussten sogar schweigend
essen (unsere einzige Tagesmahlzeit am Abend). Der Arzt dort sagte
mir sogar, dass ich die Vitamine nicht nehmen könne, die
ich seit zwei Jahren genommen hatte und auf die ich für eine
gute Ernährung gebaut hatte, obwohl ich ihn inständig
darum bat.
Als ich danach nach Hause ging, war es, als hätten sie im
Gehirn mein System zerstört. Wenn es ein Geräusch gab,
irgendwas, es konnte ein Baum draußen sein, der gegen das
Fenster klopfte, oder ein Geräusch vom Kühlschrank,
setzte bei mir eine Angst ein, die stundenlang andauerte. Ich
legte mich stundenlang hin voller Angst. Es war dieselbe Angst,
als könnte mich jemand angreifen, als würde es wirklich
geschehen.
Das machte mein Leben noch schrecklicher, weil ich dann nicht
arbeiten konnte. Mit meiner Firma ging es bergab, und ich musste
etwas tun, aber ich konnte nicht arbeiten. Letztendlich musste
ich meine Firma schließen, die ich seit 15 Jahren gehabt
hatte, und ich liebte meine Arbeit. Dann verlor ich mein hübsches
Zuhause, einen Bauernhof aus dem 18ten Jahrhundert. Und dann musste
ich meine Pferde verkaufen, die ich so sehr liebte, weil ich kein
Geld mehr hatte. Dann hatte ich kein Leben mehr, weil es von diesen
Leuten so zerstört worden ist.
Ich wagte es nicht, nach der Mullingstorp-Erfahrung ins Primal
Center zu kommen, aber meine Freundin sagte, niemand zwingt dich
hier zu irgendwas. Ich entdeckte, dass es stimmte; es war eine
gute Therapie für mich.
Niemand hier hat irgendwas erzwungen. Hier gibt es überhaupt
keinen Druck. Hier führen sie mich sanft in das Feeling und
wenn sie sehen, dass ich leide, dann hören sie auf. Sie gehen
nur so weit, wie ich selbst gehen möchte. Es gibt einen großen,
großen Unterschied: Wenn sie hier etwas machen in der Therapie,
ist es immer verknüpft mit etwas in der Gegenwart oder in
meiner Vergangenheit. Aber wenn sie dort etwas machten, war es
mit nichts verknüpft; es war nur ein großer Missbrauch
dort in Mullingstorp, für mich eine Neutraumatisierung. Es
gab eine Menge Gefühle, aber nichts Verknüpftes.“
Kommentar des Primal Centers:
Warum das so gefährlich ist und warum und wie es Patienten
schaden kann. Es ist für uns erschreckend und Besorgnis erregend,
Berichte wie diesen zu hören und zu lesen. Es ist in nichts
dem ähnlich, was wir am Primal Center machen.
Es zeigt nur, dass skrupellose Leute keine Ahnung haben, wie
man Menschen zum Fühlen verhilft. Da sie selbst gefühllose
Menschen sind, müssen sie sich beim Versuch, Gefühle
hervorzurufen, auf Kunstgriffe und missbräuchliche Tricks
verlassen.
Es ist erstaunlich, dass Alice L. nicht psychotisch geworden
ist: Es hätte geschehen können, wenn Patienten vorzeitig
gezwungen werden, die Geburt wiederzuerleben. Der Versuch, Anoxie
und ein Geburtstrauma außerhalb eines neurologischen Ablaufs
herauf zu beschwören, ist sehr gefährlich. Das ist Rebirthing,
das wir strikt ablehnen.
Primärtherapie ist eine wissenschaftliche Theorie, hinter
der viele Jahre Forschung stecken, einschließlich vier Hirnwellen-Fallgeschichten,
Biochemie und Neurochemie, Doppelblind-Studien. Wir haben Forschungen
unternommen an der UCLA, mit Rutien und Open University.
Eine Falschauffassung der Primärtherapie
Dies ist der Bericht eines Juristen darüber, was Primärtherapie
angeblich sein soll. Diese „Beschreibung“ der Primärtherapie
wurde in einem Gerichtsfall von einem „Experten“ verfasst.
Hier ist die Fehlwahrnehmung, die dem Gericht übermittelt
wurde:
„Obwohl die Philosophie hinter der Primärtherapie
sehr komplex wird, ist die tatsächliche Praxis der Theorie
relativ einfach. Der Patient wird ermutigt zu schreien, sich zu
übergeben, wieder geboren zu werden, seine/ihre realen und
eingebildeten Sünden und die realen oder eingebildeten Sünden
seiner /ihrer Leute zu bekennen. Diese Therapie ist von den traditionellen
Psychotherapie-Schulen nicht weithin akzeptiert worden und wird
nicht als Methode betrachtet, die lang anhaltende Heilung anbietet.
Sie hat jedoch einen gewissen Wert für Patienten mit lebenslanger
existenzieller Depression und Schuld sowie für Patienten,
die in ihren Gefühlen blockiert sind.“
Primärtherapie ist das Gegenteil all dessen. Sie ist ein
sanfter Prozess, in dem die Menschen das Elend ihres Lebens fühlen.
Sie schreien selten, und wenn es geschieht, ist es ein Ergebnis
großen Schmerzes, und es ist ihr freiwilliger Ausdruck.
Dr. Arthur und France Janovs Jahr extensiver Ausbildung in Primärtherapie
lehrt Therapeuten zu erkennen, auf welcher Bewusstseinsebene sich
Patienten zu jedem gegebenen Zeitpunkt gerade befinden. Dieses
Wissen ist wesentlich, damit man weiß, wie man sich mit
dem „Feeling“ befassen muss. Die Methode ist immer
sanft, mild und dem angemessen, wo der Patient sich gerade befindet.
Wir praktizieren kein Rebirthing und sind sogar strikt
dagegen.
Wir lassen auch niemanden Sünden bekennen. Diese Therapie
ist keine Kirche. In Wirklichkeit betrachtet niemand an Dr. Janovs
Primal Center Neurose mit kritischem oder moralischem Urteil.
Schmerz und seine Abwehr nehmen eine ganze Vielzahl von Brennpunkten
an. Als Therapeuten sind wir da, um zu helfen und nicht, um zu
urteilen. Es ist wirklich traurig zu sehen, wie Leute ihr Unwissen
als Tatsache wiedergeben. Ihre Berichte können irreführend
sein, und besonders, wenn es um einen Gerichtsfall geht, ist es
unprofessionell.
Ein Primärpatient des Primal Centers berichtet uns,
was am Ocho Center geschah.
Am Ocho Center war unser Patient John ein Gruppenhelfer: „Die
Führer bestimmten, welche Gefühle die Leute zu fühlen
hatten. Zum Beispiel bat der Führer die Gruppe, ein Bild
der Eltern zu malen und befahl ihnen dann, auf sie wütend
zu sein; es gibt keinen Zusammenhang mit der Gegenwart und keine
Verknüpfung mit der Vergangenheit bei diesen Übungen,
und das Ergebnis ist eine Gruppe unterdrückter/verdrängender
Leute aus diesem Center.“
Ein „Helfer“ – jemand ohne Erfahrung oder Ausbildung
in Primärtherapie (Johns eigenes Eingeständnis) –
arbeitete mit Patienten! Es scheint, dass das Ocho Center, da
man dort nicht weiß, wie man Patienten bei ihren Gefühlen
hilft, Tricks benutzt, indem man sie zum Beispiel auffordert,
auf ihre Eltern wütend zu sein, ob sie es nun wirklich sind
oder nicht. Das ist ein totaler Irrweg, und es ist wieder wie
in der Vergangenheit der Patienten, als ihre „realen“
Gefühle ignoriert worden waren.
Wir möchten nochmals betonen, dass das Ocho Center, obgleich
es damit wirbt, Primärtherapie zu betreiben, nichts damit
zu tun hat!
„Die Erfahrung meines Freunds in London“
<<Ich schreibe Ihnen über meinen Freund, weil ich
besorgt bin um ihn und wegen der sogenannten Primärtherapie,
die er in London von Leuten bekam, die sagen, von Ihnen in Paris
ausgebildet worden zu sein.
Ich schickte meinen Freund zur Primärtherapie in London,
wo er vier Jahre lang mit jemandem arbeitete, der Sharon genannt
wurde, und später mit Tom. Abwechselnd war er entweder nur
überwältigt vom Schmerz, oder wurde wieder drogenrückfällig
oder hatte Selbstmordgefühle – alle Arten destruktiven
Verhaltens. Völlig überwältigt vom Schmerz der
ersten Ebene und darin stecken geblieben. Ich vergleiche ständig
seine spärlichen Nachrichten über seine Primärtherapie
in London mit dem, was ich in Dr. Janovs Buch gelesen habe. Meine
Zweifel wachsen, ob sie wirklich „richtige Primärtherapie“
machen.>>
Mein Therapeut behauptet, „eine Vorgeschichte“ in
Primärtherapie zu haben. Können Sie mir sagen, ob die
Behandlung, die ich von ihm bekam, Primärtherapie ist?
1. Frage: Er behauptet, es sei Primärtherapie, wenn man
die Schmerzquelle richtig versteht und sich selbst gestattet,
den Schmerz zu fühlen, der mit diesem Zusammenhang verknüpft
ist.
Antwort: Die Behauptung Ihres Therapeuten, „, wenn man
die Schmerzquelle richtig versteht und zulässt, den Schmerz
zu fühlen, der mit diesem Zusammenhang verknüpft ist“,
ist KEINE Primärtherapie: Schmerz sollte man nicht „verstehen“
.... wir folgen dem, was weh tut und allen Gefühlen, die
zugegen sind. Sie sind emotionale Elemente, die man als das, was
sie sind, fühlen muss.
2. Frage: Wir analysieren Träume oder aufwühlende Tagesereignisse,
um zu verstehen, auf welche Konflikte und Verdrängungen sie
hindeuten.
Antwort: Wir analysieren keine Träume. Traumanalyse hat
absolut keinen Nutzen. Wir benutzen Träume nur als Startpunkt
zu den Gefühlen. Die Ursache des Schmerzes einzuräumen
und Träume zu analysieren oder Konflikte und ihre Verdrängung
zu verstehen dient nur Ihrem Intellekt und Ihren Abwehrmechanismen.
3. Frage: Er unterstellt, dass das Verständnis der Abwehrmechanismen
dazu führt, dass sie sich langsam enthüllen.
Antwort: Die Behauptung Ihres Therapeuten, dass „das Verständnis
der Abwehrmechanismen dazu führt, dass sie sich langsam enthüllen,“
ist tatsächlich konträr zum Prozess. Sie „fühlen“
den Schmerz – das heißt, wenn man Ihnen hilft, Zugang
zu ihm zu finden – und noch einmal, „das Gefühl
zu fühlen“ und es zu integrieren ist der Vorgang, der
„Einsichten“ freisetzt, die klar machen, welche Abwehrmechanismen
mit dem Schmerz verbunden sind.
4. Frage: Mein Therapeut verwendet die „Leerer-Stuhl“-Technik,
wobei ich mir meinen Vater auf dem leeren Stuhl vorstelle und
ihm sage, wie ich mich fühle.
Antwort: Die „Leerer-Stuhl“-Technik ist völlig
unnötig. Ein Therapeut, der in Primärmethoden voll ausgebildet
worden ist, braucht keine Tricks, um Patienten zu Gefühlen
zu verhelfen. Das ist eine alte Gestalt-Technik, die 50 Jahre
zurückdatiert. Wir wissen, wie wir Gefühlen folgen müssen,
wenn sie präsent sind, und wie man die damit verbundene Abwehr
momentan lockert oder öffnet. Es besteht keine Notwendigkeit,
Gefühle künstlich hervorzurufen: Das kann nur Abreaktion
zur Folge haben! Auf neurologischer Ebene bedeutet eine „Auswahl“
der zu fühlenden Gefühle, indem man sie künstlich
provoziert, dass man die Gegenwartsrealität und die Realität
des Patienten ignoriert und umgeht. Die in der Gegenwart ausgelösten
Gefühle sind der „Königsweg“ zum Schmerz
der Vergangenheit.
5. Frage: Es gibt keine 3-Wochen-Intensiv-Periode, um die Abwehr
abzubauen, nur eine Stunde je Woche. Ich mache mir Sorgen, dass
dies nicht Auflösung sondern Abreaktion zur Folge hat.
Antwort: Sie erwähnten, dass Sie nie ein 3-Wochen-Intensiv
hatten; die Intensivphase ist ein wesentlicher Teil des primärtherapeutischen
Prozesses. Dr. Janov besteht darauf, dass Primärtherapie
nicht im Ein-Stunden-Format gemacht wird; es wäre eine völlige
Verirrung, würde man - tief in einem schmerzvollen Feeling
versunken – inmitten dieses Erlebnisses unterbrochen. Primärtherapie
lässt sich nicht anders machen als mit Open-End-Sitzungen.
Normalerweise ist ihre natürliche Dauer in etwa 1,5 bis 2
Stunden.
Schlussfolgerung:
Es scheint, dass Sie eine Mischung aus Psychoanalyse und emotionaler
Therapie bekommen, die keine Ähnlichkeit hat mit der Primärtherapie,
wie wir sie kennen. Diese Therapie ist präzise und wird sorgfältig
kontrolliert. Sie sollte nicht von Leuten praktiziert werden,
die darin nicht jahrelang ausgebildet worden sind.
Rebirthing und warum wir dagegen sind:
Wenn man neurologisch denkt, kann man verstehen, dass das Geburtstrauma
– falls es vorhanden ist – auf natürliche Weise
ins Bewusstsein aufsteigen muss. Das Gehirn wächst von dem
Areal, welches wir als „erste Linie“ bezeichnen und
welches das Geburtstrauma enthält, - vom Hirnstamm –
zum limbischen System – die emotionale Einprägung der
zweiten Linie (Ebene) – und dann zum präfrontalen Neokortex,
zum Denkgehirn der dritten Linie (Ebene). Die Behandlung des Geburtstraumas
der ersten Linie ist sehr spezifisch, präzise und wissenschaftlich.
Daran darf man nicht herumpfuschen.
Rebirthing umgeht die letzten zwei Entwicklungsstufen des Gehirns,
um direkt in den Geburtsschmerz einzutauchen. Von allen Gefühlen
hat das Geburtstrauma die stärkste Valenz.
Aufgrund seiner Kraft, und weil es der erste aufgezeichnete Schmerz
ist, sollte es nur in der richtigen Reihenfolge angegangen werden
– nach der dritten und zweiten Ebene – und nur, wenn
es sich selbst offenbart – gewöhnlich als Intrusion
(Eindringen) innerhalb von Gefühlen der dritten oder zweiten
Linie. Wie man mit diesen Intrusionen umzugehen hat, ist Gegenstand
zahlloser Ausbildungs- und Überwachungsstunden am Primal
Center.
Jedes „Stück“ der Geburtssequenz muss auf seinem
Weg zum vollen Bewusstsein von den anderen Gehirnebenen nach und
nach integriert werden. Es darf nicht provoziert und/oder außerhalb
der richtigen Reihenfolge hochgebracht werden. Vergessen wir nie,
dass die „Sicherheit“ des Patienten auf der Tatsache
beruht, dass der Körper uns nur fühlen lässt, was
er integrieren kann, vorausgesetzt, die Feelings sind nicht „provoziert“
worden. Das Ergebnis eines direkten Zugriffs auf die Geburt kann
Fragmentierung oder fehlende Integration sein. Im schlimmsten
Fall kann dieses Vorgehen Psychose einleiten.
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Die
Übersetzung wurde für EMaK von Ferdinand Wagner erst stellt. Eine
Wiederpublikation kann nur mit Genehmigung erfolgen. Bitte wenden
Sie sich an admin@emak.org
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