Meditation verdickt das Gehirn

Medical Tribune Bericht

http://www.medical-tribune.de/patienten/news/16320/

 

WASHINGTON - Ein traumatisches Erlebnis in der Kindheit kann strukturelle Hirnveränderungen verursachen. Traumatische Ereignisse, aber auch meditative Techniken beeinflussen so das gesamte Denken und Erleben.

In jeder Sekunde unseres Lebens entstehen im Gehirn eine Millionen neue neuronale Verbindungen. Einige Traumata, wie Tod eines Elternteils, Scheidung, Missbrauch oder Vernachlässigung nehmen sogar langfristig Einfluss auf die Struktur des Gehirns und dadurch auf unser Denken, heißt es im „New Scientist“. US-Psychiater untersuchten 681 Patienten mit Depressionen, von denen zwei Drittel ein Trauma in der Kindheit erlitten hatten.

Erstere fielen im Stress-Test durch erhöhte Kortisolwerte auf und zeigten in der Bildgebung abgestumpfte Reaktionen auf positive und sehr starke Reaktionen auf negative Stimuli. Weiterhin fand man Strukturveränderungen im Hippocampus, einem Gebiet für Lern- und Gedächtnisprozesse.

Training für den präfrontalen Kortex

Wenn bestimmte Lebensereignisse bei der Depression ursächlich eine Rolle spielen, sollte das auch Auswirkungen auf die Therapie haben. Entsprechend reagieren depressive Patienten mit frühkindlichen Trauma besser auf eine Psychotherapie und weniger gut auf eine medikamentöse antidepressive Behandlung. Dass nicht nur negative Erlebnisse die Struktur unseres Gehirns nachhaltig verändern, zeigt auch die Wirkung intensiver Meditation.

Bei Buddhisten führt regelmäßiges Meditieren zur Verdickung bestimmter Hirnregionen im präfrontalen Cortex. Diese sind für komplexe Gedanken und Planungen, aber auch für die Integration von Emotionen zuständig. Der Effekt scheint sogar die normalerweise mit zunehmendem Alter auftretende kortikale Verdünnung aufzuhalten.