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„Seelsorge und das Unbehagen in der Psychotherapie“
Kommentar
von Sieglinde Alexander
Publiziert Oktober 05, 2004: http://www.jesus.ch/index.php/D/article/10/18714/


Warum hat sich wohl das Blatt gewendet?
Ist es möglich, dass die Menschen es satt haben sich immer wieder an eine höhere Macht zu wenden, die noch nie geantwortet hat? Vor allem dann nicht, wenn der Schmerz und die Depression am größten waren.

Kann es sein, dass der Gott als der Gerechte, Bestrafende, Züchtigende seine Macht verloren hat, weil Menschen ihren Eigenwert erkennen und nicht mehr unterwürfig sein wollen?
Oder kann es sein, dass die jahrhundert alten Kirchenskandale sich selbst den Zweig des blinden Vertrauens abgesägt haben und die erwachenden Schäfchen nicht länger erdulden wollen?
Wäre es möglich, dass Menschen endlich verstehen, dass sie sich selbst und ihrer Identität vertrauen können, die jahrelang von der Kirche unterdrückt wurde, indem sie blinden Gehorsam als einzige Lösung für Seelenfrieden anbot und die höhere Macht einmal als Friedensbringer und ein anderes mal als Oppressor benutzte?

Ist es letztendlich nicht gleichgültig bei wem Menschen Hilfe suchen, solange sie diese erhalten. Natürlich, wenn man den Rückgang der Schäfchen-Aktien mit kirchenpolitischen Augen betrachtet, ist Besorgnis wohl angebracht.

Um was sorgt sich eigentlich die Kirche, die die reichste Organisation der Welt ist, wirklich?
Dass diese die Türen eines Tages ganz schließen müssen?
Oder geht es wirklich um das seelische Wohlbefinden der Menschen?

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