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Hallo Sieglinde,
ich hab mir den Artikel angeguckt und finde ihn hochinteressant.
Ich hab den Link gleich in mein Web eingebaut, an der Stelle,
wo ich ganz kurz auf Depression eingehe.
Wie ich aus dem Artikel heraushöre, wird die primärtheoretische
Vorstellung, dass sich frühe Erfahrungen ins Gehirn einprägen,
so allmählich voll 'hoffähig'. Aber keiner weiß
so recht, wie man das Zeug wieder rausbekommt. Letztlich wird
den Leuten nichts anderes übrig bleiben, als in die Vergangenheit
zurückzukehren und die Traumen wiederzuerleben. Depression
hat schon mit Urschmerz und frühen Prägungen zu tun,
auch mit der Frage, wie man/frau geboren wurde. Eine langfristige
Lösung muss die Auflösung früher Traumen einbeziehen.
Von oben aufgepfropfte Verhaltensänderungen werden bei Depression
nicht viel ausrichten können. Wie Janov sagt: "No pain,
no gain!" Also ihr Leute, tauchet mutig ein in euren Urschmerz!
Nette Grüße aus Rosenheim
Ferdinand
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Offener Brief an die Stern Redaktion
Betrifft: Medizin Hirnforschung "Neue Wege
aus dem Tief"
von Sabine Kartte, Johannes Schweikle, Cornelia Stolze
Ich habe Ihren Artikel mit Interesse und Erleichterung gelesen,
weil darin endlich der Zusammenhang zwischen Kindheitsleiden und
Depression angesprochen wurde. Ich war in psychotherapeutischer
Behandlung, als ich eine schwere Depression durchleiden mußte,
gezeichnet von Schlaflosigkeit und Angst. Diese Symptome hatte
ich schon öfter im Leben, jedoch noch nie monatelang. In
meiner Therapiearbeit wurde ich mit der ungeheuren Bedrohung konfrontiert,
die meine Mutter für mich als kleines Kind gewesen war, und
mit den Todesängsten, die das im Kind ausgelöst hatte.
Was geschieht denn im Gehirn eines Kindes, das von der eigenen
Mutter bedroht wird und ihr ausgeliefert ist? Es bleibt im Zustand
des Terrors und der Panik furchtbarer Erlebnisse gefangen. Meine
Erfahrung ist, daß ich das Kind und seine grauenvolle Angst
und ausweglose Not liebevoll begleiten, verstehen, erkennen und
ihm glauben mußte, um in meinem erwachsenen Leben Fort-Schritte
machen zu können. Die Konfrontation mit meiner Kindheit war
schwer und schmerzlich, doch danach konnte ich endlich Werte und
Ziele verwirklichen, die ich seit langem ersehnt hatte.
Barbara Rogers
Autorin von "Screams From Childhood"
http://www.screamsfromchildhood.com
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Liebe Sieglinde,
welche Freude, dass jetzt also auch die Sternleser an den Gedanken
herangeführt werden, dass zerebraler Scientismus und die
Botenstoffe unserer lieben amerikanischen Wissenschaftler doch
nicht die ganze Welt bedeuten.
Sogar der sockenziehende Verdacht, dass Verletzungen Narben und
andere bleibende Schäden zurücklassen wird dem illustrierten
Unterhaltungssüchtling zugemutet!
Wenn das so weiter geht, muss man sich ja nicht wundern, dass
der immer öfter zu immer kalorienreicheren Stimulanzien greifen
muss, um sich den hier drohenden Schmerz im Leib zu halten.
Gut, dass wir die Charité haben, wackere Gesellen, die
vormachen, wie man sich eben am Riemen reißen muss, wenn
der einen nicht mehr treffen soll.
Ehrlich gesagt belämmert mich die Verzweiflung zusehends,
mit der Menschen an der Hoffnung auf die richtige Pille oder auf
wenigstens das richtige Kraut festhalten, um sich im Schatten
der Vergangenheit ein Lichtlein anzustecken.
Es sind doch immer die gleichen Höhlenforscher, die dann
ja auch schnell Fälle falscher Erinnerung bei der Hand haben
und welche Argumente noch - gegen alles, was aufdeckend sein könnte.
Sollen sie doch im Gemeinschaftssud dumpfbackener Alleslesunddochnichtswisserei
schmoren, bis sie außen so schwarz geworden sind wie sie
es innen schon lange sind.
Und ich brauche dazu auch keine positronenemissionstomographischen
Beweise mehr, um zu wissen, dass wir alle viel mehr an welthistorischer
Lieblosigkeit leiden als an präsynaptischneurotransmitterinduzierten
Funktionsdefiziten.
Letztlich eine Frage des Stils: Wen die Gnade trifft, das Licht
zu sehen, das er ist, der schleicht sich schlicht.
Liebe Grüße, Reinhold W. Rausch
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