Trauma Ängste mit Medikamenten behandeln
http://science.orf.at/science/news/148762
Deutsche Forscher wollen Störungen nach traumatischen
Erlebnissen mit Medikamenten heilen. Mäuse-Versuche seien bereits erfolgreich
verlaufen, berichtet das European Neuroscience
Institute in Göttingen (ENI-G).
Angst auslösende Erlebnisse aktivieren ein spezielles
Protein im Hippocampus, dem Teil des Gehirns, der Erinnerungen speichert. Das Trauma werde durch das Protein
namens Cdk5 ins Gehirn "eingebrannt". Bei Mäusen gelang es, mit
diversen neuen Wirkstoffen das Protein zu deaktivieren. Daraufhin verschwand
nach Angaben der Forscher die Angst.
Die
Studie "A hippocampal
Cdk5 pathway regulates extinction of contextual fear" von Farahnaz Sananbenesi und Kollegen ist in "Nature
Neuroscience" erschienen (Online-Publikation, doi:10.1038/nn1943) ![]()
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Zum Abstract
Panikattacken auch in harmlosen Situationen
Traumatische Erlebnisse können sich nach den Worten des
ENI-Neuropathologen Andre Fischer, einem Mit-Autor der Studie, so sehr in das Gehirn "einbrennen", dass die
Betroffenen auch in harmlosen Situationen Panikattacken bekommen. Oft kämen
diese Attacken wie von selbst, ohne dass die Patienten wüssten, warum.
Oft viele Sitzungen mit Therapeuten nötig
Posttraumatische Störungen und Phobien wie Spinnenangst
oder Höhenangst seien bisher nur durch Psychotherapien behandelt worden, sagte
Fischer. Durch scheinbare oder reale Konfrontationen mit der angstauslösenden
Situation solle das Gehirn "umprogrammiert" werden.
Um Patienten von der Harmlosigkeit der Angst auslösenden Situationen zu
überzeugen, seien oft viele psychotherapeutische Sitzungen erforderlich.
Protein unterdrücken
Ein anderer Weg könnte es sein, das für das "Einbrennen" der Angst im Gehirn
verantwortliche Protein zu unterdrücken. Es seien
bereits mehrere Wirkstoffe bekannt, die auf die verschiedenen Komponenten des
Cdk5-Signalweges einwirkten, erklärte Fischer.
"Bis die besten dieser Wirkstoffe in Versuchen mit Mäusen identifiziert
sind und für die Therapie posttraumatischer Belastungsstörungen am Menschen
getestet werden können, vergehen allerdings noch mehrere Jahre."