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Traumata lassen das Gehirn schneller altern http://www.orf.at/?href=http%3A%2F%2Fwww.orf.at%2Fticker%2F259648.html Traumatische Erfahrungen wie etwa Kriegserlebnisse,
Folter oder sexueller Missbrauch können das Posttraumatische Stresssyndrom
(PTSD) hervorrufen: Ein Zustand, der von Depressionen und Angst geprägt ist
und oft jahrelang anhält. Wie US-Forscher nun entdeckt haben, kann PTSD auch
langfristige Folgen für das Gedächtnis haben - Betroffene leiden zehn Jahre
früher unter Erinnerungsschwächen als Nichttraumatisierte Für ihre Untersuchung haben Wissenschaftler um Rachel Yehuda von der New Yorker Mount Sinai School of Medicine Überlebende des Holocaust
untersucht. Die Studie von Rachel Yehuda
et al. wird demnächst in der Fachzeitschrift "Biological Psychiatry"
erscheinen. Holocaust-Überlebende als Testpersonen Wie die Online-Ausgabe des britischen Fachmagazins
"Nature" berichtet, untersuchten die Forscher für ihre Studie drei
verschiedene Gruppen von Testpersonen: Überlebende des
Holocaust, die am Posttraumatischen Stresssyndrom litten bzw. die ihr
Trauma bereits überwunden hatten, sowie eine Kontrollgruppe von Probanden. Ursachen: Angegriffener Hippocampus? Über die Ursache der Gedächtnisstörung sind sich die
Wissenschaftler noch unsicher. Sie vermuten, dass das Stresshormon Glukokortikoid, das nach einem traumatischen Erlebnis
ausgeschüttet wird, den Hippocampus - jenen Teil
des Gehirns, der der Schlüssel zum Erinnerungsvermögen ist - angreift. Faktor Ernährung Eine weitere mögliche Erklärung wäre der Faktor
Ernährung, der in der aktuellen Studie nicht berücksichtigt wurde. Forscher glauben
an Stresshormone Yehuda hingegen
glaubt daran, dass Stress der Grund für die schlechte Gedächtnisleistung ist.
Denn nicht alle kognitiven Funktionen der Holocaust-Opfer hätten sich
verschlechtert, erklärt die Psychiaterin. Zum Beispiel sei die Fähigkeit,
eine Reihe von Wörtern auswendig zu lernen und diese zu wiederholen, bei
jenen Testpersonen, die ihr Trauma überwunden hatten, deutlich besser, da ihr
Gehirn die Schwächen des Hippocampus kompensieren
würde. Um ihre Resultate zu bestätigen, planen die Wissenschaftler
Untersuchungen an Soldaten und jungen PTSD-Patienten.
science.ORF.at/25.7.06] |