Traumata lassen das Gehirn schneller altern

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Traumatische Erfahrungen wie etwa Kriegserlebnisse, Folter oder sexueller Missbrauch können das Posttraumatische Stresssyndrom (PTSD) hervorrufen: Ein Zustand, der von Depressionen und Angst geprägt ist und oft jahrelang anhält. Wie US-Forscher nun entdeckt haben, kann PTSD auch langfristige Folgen für das Gedächtnis haben - Betroffene leiden zehn Jahre früher unter Erinnerungsschwächen als Nichttraumatisierte

Für ihre Untersuchung haben Wissenschaftler um Rachel Yehuda von der New Yorker Mount Sinai School of Medicine Überlebende des Holocaust untersucht.

Auch diejenigen, die ihr Trauma bereits überwunden haben, sind laut Studie von den frühzeitigen Gedächtnisschwächen betroffen.

 

Die Studie von Rachel Yehuda et al. wird demnächst in der Fachzeitschrift "Biological Psychiatry" erscheinen.

 

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Holocaust-Überlebende als Testpersonen

 

Wie die Online-Ausgabe des britischen Fachmagazins "Nature" berichtet, untersuchten die Forscher für ihre Studie drei verschiedene Gruppen von Testpersonen: Überlebende des Holocaust, die am Posttraumatischen Stresssyndrom litten bzw. die ihr Trauma bereits überwunden hatten, sowie eine Kontrollgruppe von Probanden.

Dabei stellte sich heraus, dass das Gehirn vermutlich auf Grund eines Traumas nachhaltig geschädigt wird und somit Gedächtnisschwächen auftreten.

 

Ursachen: Angegriffener Hippocampus?

Über die Ursache der Gedächtnisstörung sind sich die Wissenschaftler noch unsicher. Sie vermuten, dass das Stresshormon Glukokortikoid, das nach einem traumatischen Erlebnis ausgeschüttet wird, den Hippocampus - jenen Teil des Gehirns, der der Schlüssel zum Erinnerungsvermögen ist - angreift.

Untersuchungen zeigten, dass der Hippocampus von PTSD-Patienten ungewöhnlich klein war. Es gibt aber auch die Forschermeinung, wonach ein natürlicher kleiner Hippocampus die Chancen erhöht, nach einem Trauma auch PTSD zu bekommen.

 

Faktor Ernährung

Eine weitere mögliche Erklärung wäre der Faktor Ernährung, der in der aktuellen Studie nicht berücksichtigt wurde.

Jedoch stellt gerade dieser einen deutlichen Unterschied zwischen den Holocaust-Opfern und der Kontrollgruppe dar, gibt Janet Leathem, Expertin für PTSD von der Massey University in Neu Seeland gegenüber dem "Nature" zu bedenken. Die Überlebenden des Holocausts hätten mit schlechter Ernährung und massivem Gewichtsverlust zu kämpfen gehabt.

 

Forscher glauben an Stresshormone

Yehuda hingegen glaubt daran, dass Stress der Grund für die schlechte Gedächtnisleistung ist. Denn nicht alle kognitiven Funktionen der Holocaust-Opfer hätten sich verschlechtert, erklärt die Psychiaterin. Zum Beispiel sei die Fähigkeit, eine Reihe von Wörtern auswendig zu lernen und diese zu wiederholen, bei jenen Testpersonen, die ihr Trauma überwunden hatten, deutlich besser, da ihr Gehirn die Schwächen des Hippocampus kompensieren würde. Um ihre Resultate zu bestätigen, planen die Wissenschaftler Untersuchungen an Soldaten und jungen PTSD-Patienten. science.ORF.at/25.7.06]

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