Welche Therapie und wo

 

Immer wieder werde ich über Therapien befragt,

1.     welche gut sind oder

2.     wo gute Therapie angeboten wird

 

Meine Antwort hat, wie die Fragen selbst, zwei Aspekte:

 

1.     Jeder Client sollte sich über die verschiedenen Therapieren informieren.

2.     Ich habe keine persönlichen Erfahrungen mit Psychologen oder Therapeuten in Deutschland.

 

Aus diesem Grund biete ich diese Übersetzung an, die einige wichtige Punkte erwähnt.

 

Kapitel 6: KOGNITIVE THERAPIE - Warum Worte nicht genügen,
Seite 123-145) aus Arthur Janovs Primal Healing 

 

Jeder kann für sich diesem Text entnehmen, was am besten passt.

Mehr Informationen über Therapie kann man unter „Buchübersetzungen“
“Primärtherapie- Eine Therapie des Fühlens, Teil II : in diesem Link lesen:
http://www.dieontogenetischeseite.de/Primaertherapie-Eine%20Therapie%20des%20Fuehlens%20II.htm  .

 

 Kurzzitate aus diesem Kapitel:
1. "Leider muss ich sagen, dass es bei einem Großteil der gegenwärtigen Therapie und besonders der kognitiven Therapie um eine moralische Position geht; gut verborgen, in Psychojargon gekleidet, aber im Grund ist es Moralisieren. Der Therapeut wird zum Richter über korrektes Verhalten. Letztlich versucht der Therapeut, das Verhalten des Patienten in Richtung eines vorgefassten Ziels zu verändern. Dieses Ziel hat eine weltabgeschiedene Moralposition: Du sollst keine Drogen nehmen, deine Frau nicht anschreien, nicht zu viel essen, keinen Groll gegen deine Eltern hegen und so fort. Wir helfen dir, das zu ändern. Kognitive Therapie bedeutet im Wesentlichen Gedankenkontrolle. Das scheint vielleicht wie eine Übertreibung, aber überlegen Sie, dass wir unseren Gedanken nicht trauen können. Andere sagen uns, was wir denken sollen. "Sie" wissen es besser. Ich denke, dasselbe trifft auf den Zustand des Menschen zu. Gedankenkontrolle (oder welchen Euphemismus wir ihr anheften - eine totalitäre Auffassung) unterdrückt Grundbedürfnisse in Ehrerbietung vor einer Idee oder einem Ideal. Das Ideal in der kognitiven Therapie besteht darin, die Gedanken zu kontrollieren, um diesen schwerfassbaren "gesunden Zustand" zu erreichen. Immer wenn Bedürfnisse aus dem theoretischen Schema weggelassen werden, sei es das des Staates oder das des Individuums, muss die Antwort reaktionär sein. Die Person wird zu kompensatorischem Verhalten gezwungen, genau wie die Gesellschaft neue Krankenhäuser und Kliniken bauen muss, um diejenigen zu kontrollieren, deren Bedürfnisse außer Kontrolle geraten. Sowohl die Therapie als auch der faschistische Staat müssen danach trachten, die Ausbrüche von Bedürfnissen zu kontrollieren anstatt sie zu befriedigen. Es ist immer gefährlich, den Leuten zu sagen, was sie denken sollen. Und es ist zwecklos, ihnen zu sagen, wie sie sich fühlen sollen."

2. "Ja, die Kognitivisten können versuchen, Patienten eine positivere Einstellung entwickeln helfen, aber das Gesamtsystem des Patienten kann sehr wohl in eine pessimistische verstrickt sein, die sich seit der Geburt eingeschliffen hat - eine eingraviert Physiologie des Pessimismus. Das Schlimmste geschah bereits ganz früh, und das Schlimmste zu erwarten ist bei dieser gegebenen Geschichte eine natürliche Einstellung. Nichtsdestotrotz kann auch vorübergehende Hilfe und Ermutigung angesichts katastrophaler Krankheit hilfreich sein. Und wenn sich die Leidtragenden einmal in der Woche treffen - umso besser. Nichtsdestotrotz ist Pessimismus nicht einfach eine Einstellung; es ist ein physiologischer Zustand, der am laufenden Band Einstellungen produziert. Wir können versuchen, diese mit Unterstützung in der Gegenwart zu ändern, aber diese Anstrengung muss man ständig weiterbetreiben. Wenn wir diese Unterstützung bekommen können, können wir wenigstens funktionieren. Es hilft im menschlichsten Sinne. Aber wir kämpfen gegen Ereignisse in der kritischen Periode. Deshalb müssen die Anstrengungen kontinuierlich sein. Wenn ein Ereignis einmal in der kritischen Periode versiegelt worden ist und zu einer Einprägung führt, ist Veränderung unwahrscheinlich."

Das folgende Zitat ist aus A. Janov, Die Janov-Lösung:

"Ich verwende für meine Therapie die Begriffe ‚radikal’ und ‚revolutionär’ mit Vorsicht; dennoch glaube ich, dass sie das ist, und ich werde erklären warum. Sie ist in Form und Inhalt revolutionär, eine radikale Abkehr von den meisten Psychotherapien. Die involvieren gewöhnlich einen auf Einsicht versessenen Plausch zwischen zwei ungleichen Partnern, der eine mit Wortwissen und unfehlbarer Moralhaltung ausgerüstet, der andere ein williger Novize, der psychisch auf die Knie fällt, um das zu lernen, was der Wortgewaltige verabreicht, und sich dabei in das Äußere fügt anstatt in das Innere. Ich weiß es. Ich war dort, habe viele Jahre lang Einsichtstherapie praktiziert. Die Majestät all dessen ist berauschend für den Therapeuten. Die Macht, über das Leben eines anderen zu bestimmen, ist verführerisch – und falsch!

Wir sollten nicht über das Leben anderer bestimmen, ihnen sagen, was falsch und richtig ist. Das ist die Aufgabe eines Priesters, nicht die eines psychologischen Wissenschaftlers. Unsere Aufgabe nennt man Selbstbestimmung - anderen helfen, dass sie ihren eigenen Weg finden, ihre eigenen Einsichten finden, indem sie dem Gefährt ihrer Gefühle zu einer eingeprägten Vergangenheit folgen, die unverfälscht und von nachfolgenden Erlebnissen unbeeinflusst daliegt. Sie wartet auf ihre Freiheitschance: darauf, das volle Bewusstsein zu erreichen und endgültig integriert zu werden. Genau das befreit: Bewusstsein. Wenn wir das in der Psychotherapie übersehen, leidet der Patient, denn dann pfuschen wir nur an der Abwehr herum, während wir den Schmerz unangetastet lassen."

(A.Janov, Die Janov-Lösung, Kapitel 13: Schlussfolgerung-Die Depression besiegen)