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WASHINGTON - Ein traumatisches Erlebnis in der Kindheit kann
strukturelle Hirnveränderungen verursachen. Traumatische
Ereignisse, aber auch meditative Techniken beeinflussen so das
gesamte Denken und Erleben.
In jeder Sekunde unseres Lebens entstehen im Gehirn eine Millionen
neue neuronale Verbindungen. Einige Traumata, wie Tod eines Elternteils,
Scheidung, Missbrauch oder Vernachlässigung nehmen sogar
langfristig Einfluss auf die Struktur des Gehirns und dadurch
auf unser Denken, heißt es im „New Scientist“.
US-Psychiater untersuchten 681 Patienten mit Depressionen, von
denen zwei Drittel ein Trauma in der Kindheit erlitten hatten.
Erstere fielen im Stress-Test durch erhöhte Kortisolwerte
auf und zeigten in der Bildgebung abgestumpfte Reaktionen auf
positive und sehr starke Reaktionen auf negative Stimuli. Weiterhin
fand man Strukturveränderungen im Hippocampus, einem Gebiet
für Lern- und Gedächtnisprozesse.
Training für den präfrontalen Kortex
Wenn bestimmte Lebensereignisse bei der Depression ursächlich
eine Rolle spielen, sollte das auch Auswirkungen auf die Therapie
haben. Entsprechend reagieren depressive Patienten mit frühkindlichen
Trauma besser auf eine Psychotherapie und weniger gut auf eine
medikamentöse antidepressive Behandlung. Dass nicht nur negative
Erlebnisse die Struktur unseres Gehirns nachhaltig verändern,
zeigt auch die Wirkung intensiver Meditation.
Bei Buddhisten führt regelmäßiges Meditieren
zur Verdickung bestimmter Hirnregionen im präfrontalen Cortex.
Diese sind für komplexe Gedanken und Planungen, aber auch
für die Integration von Emotionen zuständig. Der Effekt
scheint sogar die normalerweise mit zunehmendem Alter auftretende
kortikale Verdünnung aufzuhalten.
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