| Kinderheim Schloss Allner
Caritaschef entschuldigt sich
40 Jahre hat es gedauert, bis Missstände und Misshandlungen
im ehemaligen Kinderheim Schloss Allner in Hennef bekannt wurden.
Der frühere Bonner Stadtarchivar Manfred van Rey wurde zudem
mit einer externen Untersuchung beauftragt.
BONN/HENNEF - 40 Jahre hat es gedauert, bis Missstände und
Misshandlungen im ehemaligen Kinderheim Schloss Allner in Hennef
bekannt wurden. Nach ersten Vorwürfen hatte der damalige
Träger, der Caritasverband Bonn, im März 2010 ehemalige
Mitarbeiter und Heimbewohner dazu aufgerufen, sich beim Verband
oder einer Ombudsfrau zu melden. Der frühere Bonner Stadtarchivar
Manfred van Rey wurde zudem mit einer externen Untersuchung beauftragt.
weiter lesen: http://www.rundschau-online.de/html/artikel/1281431237166.shtml
Missbrauchsopfer
„Da kann man nur noch heulen“
Ex-Familienministerin Christine Bergmann, Beauftragte der Bundesregierung
in Fragen des Missbrauchs, hat Reiner Gläser, Missbrauchsopfer
aus dem früheren Kinderheim in Moitzfeld, eingeladen.
Bensberg - „Ich habe geheult, als ich jetzt die vielen
Unterlagen gelesen habe - über das, was damals alles in Moitzfeld
passiert ist.“ Reiner Gläser (50) sitzt vor seinen
Computerschirmen und arbeitet die schlimmen Ereignisse, die ihm
und anderen Zöglingen im früheren Diakonie-Heim „Gut
an der Linde“ (Moitzfeld) widerfahren sind, auf.
„Ich habe nichts zu verbergen. Jetzt, nachdem ich alles
schriftlich beweisen kann, kann ich offen reden.“
Gläser sagt, er sei missbraucht und misshandelt worden.
Vergessen könne man das nie. Er glaube aber, dass er aus
eigener Stärke „alles für mich selbst verarbeitet“
habe.
„Ich wurde unzählige Male von Erziehern vergewaltigt“,
erzählt er. Er habe dem Heimleiter und jedem Kind davon erzählt.
„Es ist nichts passiert. Alle Erzieher und der Heimleiter
waren informiert.“ Einmal habe er die Flucht ergriffen,
sei aus dem Fenster gesprungen. „Ich wollte nur weg. Ich
stürzte in eine Pfütze. Der Erzieher hat mich erwischt.
Es gab Ohrfeigen ohne Ende.“ Und weiter: „Er hat mir
meinen Fuß an einen Baumstamm-Sitz festgenagelt, damit ich
nicht weglaufen konnte. Die Narbe kann man heute noch sehen.“
Reiner (damals 10) riss den Fuß hoch. „Ich hatte schon
kein Gefühl mehr. Dann sah ich, wie das Blut aus dem Schuh
quoll.“ Auf dem Fußrost an der Türe rutschte
er auf dem eigenen Blut aus. Er prallte irgendwo gegen, wurde
ohnmächtig.
Die Zöglinge seien nicht nur sexuell missbraucht worden,
so Gläser. Der Heimarzt habe quer Beet - auch bei nicht als
nervös,unruhig oder labil Auffallenden - Medikamente verabreicht.
Therapievorschlag für einen Neunjährigen, so die Akten:
„Morgens und mittags je 1 Drag. Encephabol. Abends 1 / 2
Valium 2.“ Gläser:
weiter lesen: http://www.rundschau-online.de/html/artikel/1281431220576.shtml
Missbrauch der Heimkinder
Bleibt Skandal im Dunkeln?
Scheitert die wissenschaftliche Aufarbeitung der schwerwiegenden
Übergriffe gegen Moitzfelder Heimkinder in den 60er und frühen
70er Jahren an finanziellen Aspekten? 200.000 Euro soll eine etwa
zwei Jahre währende Analyse kosten.
MOITZFELD - Der Siegener Professor für Sozialpädagogik,
Dr. Klaus Wolf, ist von der Bergischen Diakonie Aprath ausgewählt
worden, um die Vorwürfe gegen die Kinderheime des Trägers
in Moitzfeld zu untersuchen.
Dessen Kostenberechnungen liegen für eine etwa zwei Jahre
währende Analyse bei rund 200.000 Euro, wie er gestern der
BLZ erklärte.
Reiner Gläser, Sprecher der ehemaligen Zöglinge, ist
äußerst skeptisch, dass der Auftrag an Professor Wolf
zustande kommt: „Man will ihm nach meinen Informationen
nur 18.000 Euro bezahlen, obwohl man Reingewinne bis zu drei Millionen
macht.“
weiter lesen: http://www.rundschau-online.de/html/artikel/1281431214305.shtml
Missbrauch in evangelischen Heimen:
Kirche bittet um Vergebung
Vizepräsident Henz: "Nehmen beschämt
wahr, was passiert ist"
Bielefeld. Die evangelischen Kirchen in Westfalen und Lippe haben
ehemalige Heimkinder um Vergebung gebeten. "Wir nehmen beschämt
wahr, was damals in evangelischen Heimen passiert ist, und bitten
dafür um Vergebung", erklärte der theologische
Vizepräsident der Evangelischen Kirche von Westfalen, Albert
Henz, in einer in Bielefeld veröffentlichten Erklärung.
Das Unrecht, das Heimkindern in den 50er und 60er Jahren widerfahren
sei, solle öffentlich anerkannt werden, bekräftigte
der Theologe nach einem Treffen mit rund 20 ehemaligen Heimkindern,
zu dem die westfälische und die lippische Landeskirche eingeladen
hatten.
weiter lesen: http://www.nw-news.de/lokale_news/bielefeld/bielefeld/3718625_Missbrauch_in_evangelischen_Heimen_Kirche_bittet_um_Vergebung.html
Runder Tisch Heimerziehung will noch vor Weihnachten
Abschlussbericht vorlegen
300 Euro monatliche Opferrente
für ehemalige Heimkinder?
Osnabrück/Berlin. Sexueller Kindesmissbrauch in privaten
und öffentlichen Einrichtungen: Dieses Thema hat in den vergangenen
Monaten zahllose Schlagzeilen ausgelöst.
„Es wäre skandalös, wenn am Ende des Runden Tisches
Heimerziehung (RTH) keine finanzielle Entschädigung beschlossen
würde“, sagt etwa Jürgen Beverförden,..
Geht es nach Beverförden und Sonja Djurovic, eine der drei
Opfer-Vertreterinnen am Runden Tisch, wird das Gremium eine monatliche
Opferrente von 300 Euro vorschlagen, „die auf keinerlei
andere soziale Leistungen anzurechnen und unpfändbar ist“.
Wahlweise könne auch eine Einmalzahlung erfolgen, heißt
es an die Adresse der Vertreter von Staat, Kirchen und Wohlfahrtsverbänden.
weiter lesen: http://www.noz.de/artikel/46819036/300-euro-monatliche-opferrente-fuer-ehemalige-heimkinder
Heimkinder-Schicksale: Vollmer
ruft zu Fairness und Geduld auf - „Große Bereitschaft
zu Aufklärung“
Die ehemalige Bundestagsvizepräsidentin Antje Vollmer hat
mit Blick auf die Aufarbeitung der Schicksale ehemaliger Heimkinder
zu Fairness und Geduld aufgerufen.
„Wir können ja nicht rückwirkend Recht setzen“,
sagte Vollmer, die den vom Bundestag initiierten Runden Tisch
Heimkinder leitet, in einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker
Zeitung“ (Mittwoch). Nach ihren Worten kommt es darauf an,
die umstrittene Heimerziehung in den 1950er und 1960er Jahren
vor dem Hintergrund der damaligen Pädagogik und des damaligen
Rechts zu sehen. Dazu müsse der Runde Tisch tief in die Geschichte
einsteigen und viele juristische Fragen klären: „Wie
ist es mit dem Arbeitsrecht? Wie war damals das Jugendrecht? Wie
lässt sich eventuell das Opferentschädigungsrecht nutzen?“
Alle jetzt schon bestehenden Ins trumente würden geprüft,
betonte Vollmer.
weiter lesen: http://www.noz.de/artikel/26104745/heimkinder-schicksale-vollmer-ruft-zu-fairness-und-geduld-auf-groe-bereitschaft-zu-aufklaerung
Neue Vorwürfe
gegen Graf-Recke-Stiftung
Düsseldorf (RP) Ein Erzieher der Graf-Recke-Stiftung soll
in den 80er Jahren Kinder im damaligen Heim Neu-Düsselthal
misshandelt haben – ohne dass je gegen ihn ermittelt worden
wäre. Das sagt der heute 36 Jahre alte René Gelath,
der von 1983 bis 1989 in dem Heim gelebt und unter den Schikanen
des Mannes gelitten habe.
weiter lesen: http://www.rp-online.de/duesseldorf/duesseldorf-stadt/nachrichten/Neue-Vorwuerfe-gegen-Graf-Recke-Stiftung_aid_896679.html
Schmerzhaft autobiografisch: Peter
Wawerzinek veröffentlicht "Rabenliebe"
Von der eigenen Mutter verlassen - das schlimmste
Kindheitstrauma. Peter Wawerzinek hat daraus einen Roman gemacht
und sich den Schmerz von der Seele geschrieben.
Ich habe gedacht, wenn ich mich schreibend verschenke, entfliehe
ich dem Teufelskreis der Erinnerung", so beginnt Peter Wawerzinek
sein Buch "Rabenliebe". Berührend schildert der
55-Jährige darin seine Kindheit als Waise in der DDR, nachdem
die Mutter ihn bei der Flucht in den Westen zurückgelassen
hat.
Schonungslos beschreibt der Autor den vierjährigen schwächlichen
Jungen, der sich aus Schmerz um die verlorene Mutter in einer
düsteren Nebelwelt abkapselt, in Kinderheimen als zurückgeblieben
abgestempelt wird und in verschiedenen Adoptivfamilien immer neue
Verletzungen erfährt. "Ich bin das ewige Winterkind",
sagt er.
weiter lessen: http://www.stern.de/kultur/buecher/schmerzhaft-autobiografisch-peter-wawerzinek-veroeffentlicht-rabenliebe-1595208.html
Heimkinder
Die Opfer müssen noch warten
Generelle Zahlungen nach dem Opferentschädigungsgesetz kommen
nicht in Frage: Jetzt wollen Kirchen, Staat und Opfervereine die
Einrichtung eines Fonds prüfen.
Das Gremium einigte sich bisher nur darauf, "zu prüfen,
ob die Empfehlung eines Fonds für materielle Anerkennung
angemessen und möglich ist". Generelle Zahlungen nach
dem Opferentschädigungsgesetz kommen nicht in Frage, da das
nur für Taten nach seinem Inkrafttreten 1976 gilt. Auch Renten-Regelungen
wie für NS- oder SED-Opfer sind nicht anwendbar, weil die
junge BRD nicht als Unrechtsstaat gilt. Allein, weil damals rund
800000 Zöglinge in Heimen lebten (davon 500000 in kirchlichen),
müssten "individuelle Lösungen" greifen, heißt
es im 46-seitigen Bericht, den das Gremium nach elf Monaten Verhandlung
vorlegte.
Die Vorsitzendes des Runden Tisches, Ex-Bundestagsvizepräsidentin
Antje Vollmer (Grüne), betonte jedoch, dass wichtige Vorarbeit
geleistet wurde: Man habe nicht nur eine "breite gesellschaftliche
Debatte" samt Entgegenkommen hochrangiger Kirchenvertreter
bewirkt, sondern auch Hilfsangebote und regionale Treffen angestoßen.
Zur "Verantwortungsgemeinschaft" bekennen sich die Kirchen,
aber auch Bund und Länder. Die Opfervertreter lobten das,
fordern aber weiter, ihre Leiden als "Menschenrechtsverletzung"
und "Zwangsarbeit" anzuerkannen. Das Ergebnis wird nicht
vor Dezember erwartet.
alles lesen: http://beta.fr-online.de/politik/die-opfer-muessen-noch-warten/-/1472596/3222602/-/index.html
Leben und Geburt
Pränatalzeit - Geburt - Kaiserschnitt - Frühe Kindheit
Regressionstherapeutische Dokumente
Herausgegeben von Frau Irene Behrmann und Marianne Sturm
Mattes Verlag Heidelberg, 2008
„Nirgendwo prallen tief verwurzelte Lebensprinzipien und
von wissenschaftlichem Denken geprägte Überzeugungen
krasser aufeinander als bei der gegenwärtigen klinischen
Geburtspraxis.“ (S. 200)
„Unsere Dokumentation verstehen wir als Protokolle der
Hoffnung, aus denen sowohl auf der individuellen als auch auf
der gesellschaftlichen Ebene gelernt werden kann. Lernen in diesem
Sinn würde bedeuten, aus den biographischen Erfahrungen Einzelner
Konsequenzen zu ziehen.“ (S. 219)
Das von Irene Behrmann und Marianne Sturm herausgegeben Buch
Leben und Geburt basiert auf den Erfahrungen mit der Ambulanten
Regressionstherapie. Dabei handelt es sich um einen regressionstherapeutischen
Ansatz in der von Dr. A. Janov und anderen beschriebenen Tradition,
wie er aber von Frau Behrmann weitgehend unabhängig entwickelt
und in ihrem 2002 erschienenen Buch „Zurück ins Leben:
Erfahrungen mit der Ambulanten Regressionstherapie“ erstmals
ausführlich beschrieben wurde.
weiter lesen: http://www.primal-page.com/d-rezen.htm
Missbrauchs-Debatte
"Was ich lese, übersteigt
mein Vorstellungsvermögen"
Interview: S. Höll und D. Stawski
Sie bereitet die Entschädigungen für Missbrauchsopfer
vor:
Christine Bergmann spricht über schockierende Briefe und
erklärt, warum Jugendarbeiter ein Führungszeugnis vorlegen
sollten.
Die SPD-Politikerin Christine Bergmann, war Bundesfamilienministerin
und Berliner Bürgermeisterin. Nachdem eine Serie von Missbrauchsvorwürfen
Kirchen und weltliche Träger der Jugendarbeit erschütterte,
wurde die 70-Jährige von der Bunderegierung zur Beauftragten
für Aufklärung, Prävention und Entschädigung
ernannt.
weiter lessen: http://www.sueddeutsche.de/politik/missbrauchs-debatte-was-ich-lese-uebersteigt-mein-vorstellungsvermoegen-1.985616
"Dürfen
nicht so großzügig die Hände aufmachen"
02. August 2010, 16:58
St. Pöltens Diözesanbischof Klaus Küng: Zurückhaltung
bei Zahlungen an Missbrauchsopfer, eine Absage an die Klasnic-Kommission
und keine schwulen Priester
STANDARD: Herr Bischof, befindet sich die katholische Kirche in
einer Existenzkrise?
Küng: Ich sehe sie sicher schmerzhaft durchlebt, wenn ich
mir anschaue, was in den letzten Monaten vorgefallen ist. Gleichzeitig
bin ich immer Optimist. Es gibt ein Zitat, das besagt: "Die
katholische Kirche war schon mindestens 30-mal am Hund, gestorben
ist aber letztlich immer der Hund." Es schaut manchmal dramatisch
aus, aber dann entsteht auf einmal mitten aus den großen
Schwierigkeiten eine Fruchtbarkeit.
weiter lesen: http://derstandard.at/1277339443707/STANDARD-Interview-Duerfen-nicht-so-grosszuegig-die-Haende-aufmachen
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