| Unrechtschicksal
Landtag sucht nach Heimkindern
Der Hessische Landtag möchte das Unrechtsschicksal
von Heimkindern in den 50er und 60er Jahren aufarbeiten. Die "Zöglinge"
sollen bei einer öffentlichen Anhörung über ihr
erlittenes Unrecht berichten. Von Michael Grabenströer
Zwangsarbeit und Misshandlungen von Kindern in den 50er und 60er
Jahren in Heimen der katholischen und evangelischen Kirche. Diese
Nachricht schockte vor einigen Jahren den deutschen Bundestag.
Nun will auch der hessische Landtag das "Unrechtsschicksal
von Heimkindern in den 50er und 60er Jahren aufarbeiten",
so eine Mitteilung. Die Kinder, oftmals als "Zöglinge"
und "schwer erziehbar" abgestempelt, wurden teilweise
schon wegen kleiner Vergehen geprügelt oder sogar sexuell
misshandelt.
In Hessen soll am 29. Oktober eine öffentliche Anhörung
des Landtages zum Thema stattfinden. Dafür sucht der Landtag
ehemalige Heimkinder als Betroffene, aber auch Mitarbeiter von
ehemaligen Heimträgern in Hessen. Die Landtagsabgeordneten
wollen sich so ein besseres Bild von den Verhältnissen schaffen,
die in den 50er und 60er Jahren in hessischen Heimen herrschten.
Wer über sein Schicksal als Heimkind in den 50er und 60er
Jahren in hessischen Erziehungsheimen berichten möchte, kann
sich unter Zusicherung strikter Vertraulichkeit beim Landtag in
Wiesbaden melden. Kontakte sind unter Telefon 0611/350334, 0611/350334
und 350335 möglich. Betroffene können sich auch per
E-Mail an j.schlaf@ltg.hessen.de oder a.wiekhorst@ltg.hessen.de
wenden. "Ohne ausdrückliche Zustimmung der Betroffenen
wird nichts weitergegeben", garantiert Landtagspräsident
Norbert Kartmann (CDU) die Vertraulichkeit der Mitteilungen.
alles lesen: http://www.fr-online.de/rhein-main/landtag-sucht-nach-heimkindern/-/1472796/3073176/-/index.html
Entschädigung
für Heimkinder: Tirol ist Vorbild
Übergriffe. Tirol zahlt bis zu 25.000 Euro an Opfer
staatlicher Heime. Nun ist auch Salzburg gefordert, Betroffene sollen
sich bei LR Scharer melden.
Schläge und andere physische Gewalt. Systematische Misshandlungen
und sexueller Missbrauch. Wenn ehemalige Zöglinge, die in
den 50er- bis 70er-Jahren in Kinderheimen untergebracht waren,
von ihrer Erziehung berichten, kommen häufig schlimme Schicksale
zutage. Der Großteil von ihnen wurde von der Salzburger
Fürsorge in Heime in anderen Bundesländer verteilt,
wie Historiker berichten. Ob mehrere Hundert oder sogar mehrere
Tausend davon betroffen waren, weiß niemand. Genaue Zahlen
gibt es keine, an die Öffentlichkeit gingen bisher nur wenige.
weiter lesen: http://www.salzburg.com/online/salzburg/stadt+salzburg/Entschaedigung-fuer-Heimkinder-Tirol-ist-Vorbild.html?article=eGMmOI8Vd45KpgR8qUQeleC32FNZ4dXtwMqTUNk&img=&text=&mode=
Frage. Sind 25.000 Euro genug für so viel ertragenes Leid?
Jugendhilferecht
Geschlossene Heime sind seit 20 Jahren abgeschafft
Offiziell gibt es in Berlin seit 20 Jahren keine geschlossenen Heime
mehr. Grund für die Schließungen war das wachsende Bewusstsein
für Misshandlungen, denen viele Jugendliche ausgesetzt waren.
Geschlossene Heime sind in Berlin und auch bundesweit bereits
vor 20 Jahren formal abgeschafft worden: Damals wurde die „geschlossene
Unterbringung“ im Jugendhilferecht ersatzlos gestrichen.
„Gestrichen wurden auch die Möglichkeiten der Fürsorgeerziehung
sowie der Verwahrlosungsbegriff“, sagt Manfred Kappeler,
emeritierter Professor für Sozialpädagogik der TU Berlin.
weiter lesen: http://www.tagesspiegel.de/berlin/geschlossene-heime-sind-seit-20-jahren-abgeschafft/1889156.html
Deutsche Bischöfin Maria Jepsen
tritt zurück
Jepsen soll von Missbrauchsfällen gewusst haben
Hamburg - Die Hamburger evangelische Bischöfin, Maria Jepsen,
ist am Freitag zurückgetreten. In den vergangenen Tagen war
die Bischöfin im Zusammenhang mit Missbrauchsvorwürfen
gegen einen Pastor in Ahrensburg in die Kritik geraten. Die Nordelbische
Kirche in Hamburg und die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD)
waren für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.
weiter lesen: http://derstandard.at/1277338310619/Deutsche-Bischoefin-Maria-Jepsen-tritt-zurueck
Zollitsch wollte Kindesmissbrauch
vertuschen
Erzbistum Freiburg: Versuch der Schadensbegrenzung - "Heute
wissen wir es besser"
Der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch soll einem Medienbericht
zufolge versucht haben, einen Fall von sexuellem Missbrauch durch
einen Priester zu vertuschen. Das ARD-Fernsehmagazin "Report
Mainz" zitierte aus einem Brief, in dem Zollitsch 1995 in
seiner Funktion als Personalreferent verfügt habe, dass die
betroffene Gemeinde im badischen Oberharmersbach über wesentliche
Details des Missbrauchsskandals nicht informiert werden sollte.
weiter lesen: http://derstandard.at/1277338382409/Zollitsch-wollte-Kindesmissbrauch-vertuschen
Opfer-Plattform überlegt Volksbegehren
Einrichtung einer staatlichen Kommission gefordert - Klage in
Vorbereitung
Wien - Die Plattform "Betroffene Kirchlicher Gewalt"
pocht nach wie vor auf die Einrichtung einer unabhängigen
staatlichen Kommission zur Aufarbeitung von Missbrauchsvorwürfen.
Sollte diese Forderung durch die Politik nicht erfüllt werden,
überlegt man, im Herbst ein Volksbegehren durchzuführen,
erklärte ein Sprecher der Plattform. Er ortet "große
Zustimmung und gute Chancen".
weiter lesen: http://derstandard.at/1277338573401/Opfer-Plattform-ueberlegt-Volksbegehren
„Land wird für Missbrauch
zahlen“
Endbericht zum Missbrauch in Tiroler Heimen: „Vergangenheit
lückenlos dokumentieren und sichtbar machen.“
Innsbruck – Die Steuerungsgruppe „Opferschutz“
hat hervorragende Arbeit geleistet und könnte Wegweiser für
andere Bundesländer sein. In einem ausführlichen Papier
wird von den Experten dargelegt, wie Tirol die Heimvergangenheit
aufarbeiten soll und wie Missbrauch und Misshandlungen in Zukunft
in Kinder- und Jugendeinrichtungen verhindert werden können.
weiter lesen: http://www.tt.com/csp/cms/sites/tt/%C3%9Cberblick/Politik/PolitikTirol/PolitikTirolContainer/1032406-8/land-wird-f%C3%BCr-missbrauch-zahlen.csp
Experten fordern
auch vom Land einen Opferfonds
Die Experten zum Missbrauch in den Tiroler Heimen tagen letztmalig.
Geld für Therapien sowie eine Jugendwohlfahrt „neu“
werden gefordert.
Innsbruck – Für den kommenden Mittwoch ist die (vorläufig)
letzte Sitzung der Expertengruppe zum Thema Missbrauch in Tirols
Heimen und Internaten angesetzt. Dort stand, wie berichtet, vielfach
bis in die späten 80er Jahre exzessive Gewalt an der Tagesordnung,
wurden Kinder sexuell missbraucht, gedemütigt und gebrochen.
weiter lesen: http://www.tt.com/csp/cms/sites/tt/Nachrichten/939400-6/experten-fordern-auch-vom-land-einen-opferfonds.csp
Uni Göttingen will Zeitzeugen
über Schicksal von Heimkindern befragen
20.7.2010
Göttingen (epd). Für ein Forschungsprojekt über
das Schicksal der Heimkinder in Niedersachsen zwischen 1949 und
1975 sucht die Universität Göttingen Zeitzeugen. Ehemalige
Heimkinder sowie Erzieherinnen und Erzieher aus zwölf ausgewählten
Heimen in den Regionen Hildesheim, Braunschweig, Göttingen
und Oldenburg sollen zu den Lebensumständen in den Heimen
interviewt werden, teilte die Universität am Dienstag mit.
Die Göttinger Wissenschaftler sind vom niedersächsischen
Sozialministerium mit den Forschungen beauftragt worden, nachdem
eklatante Missstände in den Heimen der Nachkriegsjahrzehnte
öffentlich geworden waren. "Seit Beginn des Forschungsvorhabens
im April haben wir herausgefunden, dass in Niedersachsen bis in
die 1970er Jahre hinein mindestens 138 Erziehungsheime für
Kinder und Jugendliche existierten", sagte die Sozialwissenschaftlerin
Margret Kaul, die gemeinsam mit dem Historiker Dirk Schumann das
Forschungsprojekt leitet.
Zeitzeugen können sich an Rebecca Eulzer,
Telefon 0551/39-9447
Mail: reulzer@uni-goettingen.de
wenden.
Alles lesen: http://www.evlka.de/content.php?contentTypeID=4&id=14226
Heimkinder brutal gezüchtigt
etzt wird die Staatsanwaltschaft auch mit Fällen von Gewalt-Exzessen
und sexuellem Missbrauch an Kindern und Jugendlichen außerhalb
der Kirche konfrontiert. Bis Dienstag meldeten sich bundesweit
250 Opfer aus diversen Landesjugendheimen bei den zuständigen
Kinder- und Jugendanwaltschaften in den Bundesländern (der
KURIER berichtete).
Jugendanwältin Monika Pinterits bestätigte 42 Fälle
in Wiener Heimen: "Davon brachten wir jetzt 13 zur Anzeige.
Einige der Opfer erhielten schon die Vorladung zugestellt."
Die angezeigten Vergehen reichen von Ohrfeigen, über brutalste
körperliche Züchtigung und physische Gewalt bis zu Vergewaltigungen.
Die meisten der Fälle gelten als verjährt.
weiter lesen: http://kurier.at/nachrichten/2018140.php
"Rabenliebe"
Auszug:
1956 waren seine Eltern von Rostock aus in den Westen geflohen.
Peter war damals zwei, seine Schwester eins. Der Vater, den er
niemals wiedersah, und die Frau, die Peters Mutter hätte
sein sollen. Sie hatten die Tür einfach hinter sich zugemacht,
das steht so in den Akten. Dass es ruhig wurde in der Wohnung,
in der eigentlich immer was los war, hat Peter gerettet. Die Nachbarn
brachen die Tür auf und fanden verwahrloste, vernachlässigte,
halb verhungerte Kinder.
Peter wird in einer Säuglingsstation für die Heimkarriere
aufgepäppelt. Seine Schwester kommt nur so eben noch mit
dem Leben davon. Zurückgeblieben anfangs, zurückgewiesen
den Rest des Lebens. Ungewollt.
Die größte Verblüffung für den Maskenspieler,
den Parodisten, den Imitator Peter Wawerzinek aber war, dass die
Frau in ihren Siebzigern, der er da begegnete, noch eine viel
größere Lüge lebte, eine noch viel größere
Illusionistin war als er selbst. Zwei Totgeburten habe sie in
Rostock hinterlassen, hatte sie Westverwandten erzählt. Dass
diese Totgeburten höchst lebendig sind, interessiert sie
nicht. Dass eine von ihnen jetzt dafür gesorgt hat, dass
sie selbst Literaturgeschichte ist, genauso wenig. Sie wird "Rabenliebe"
nicht lesen. Irgendwann, sagt Wawerzinek, sei im Gespräch
noch der letzte Rest der selbst imaginierten Mutterbindung abgerissen,
irgendwann war die Frau für ihn endlich, endgültig erledigt.
"Das Wort Mutter", steht da nüchtern, aber sehr
wahr im Text, den er dann schrieb und in Klagenfurt vorlas, "ist
ein meine Person nicht erregender Begriff."
Den letzten Satz, den hat er zuallererst geschrieben. Und ihn
als Motto dann wieder ganz an den Anfang gestellt: "Ich habe
gedacht, wenn ich mich schreibend verschenke, entfliehe ich dem
Teufelskreis der Erinnerung. Schreibend bin ich tiefer ins Erinnern
hineingeraten, als mir lieb ist." Lieb mag ihm das in der
Tat kaum gewesen sein. Ein Spaß war das nicht, sagt er.
Es hat ihn an den Rand gebracht. Es war aber notwendig. Es hat
ihn gerettet. Und es hat ihn befreit.
Peter Wawerzinek: Rabenliebe. Galiani, Berlin,
304 Seiten, 22,95 Euro; erscheint 19. August.
Volltext: http://www.welt.de/die-welt/kultur/article8514895/Mutterseelenallein.html
Buch:
Die ungeliebten Kinder
Endstation Heim
Kinder, die Probleme machen, haben
auch Probleme
Schicksale von Heimkindern erzählt das
neue Buch "Die ungeliebten Kinder"
Unbemerkt von der Gesellschaft führen zahlreiche Kinder
einen regelrechten Überlebenskampf. Sie stammen aus zerrütteten
Familienverhältnissen und leiden unter Hoffnungslosigkeit,
Verzweiflung, Trauer und Wut.
"Im Untertitel meines Buches wird es angedeutet: Manche
Kinderheime sind tatsächlich so etwas wie eine Endstation,
die sich bei vielen Kindern bereits am Beginn ihres Lebens befindet."
Oft genug kommt es vor, dass es diesen Kindern nach unglücklichen
Jahren in der Familie und einer langen "Heimkarriere"
nicht mehr gelingt, im Alltag zurechtzukommen, Lebensdisziplin
zu lernen, Anschluss an die Gesellschaft und ihr Lebensglück
zu finden. In ihrer Kindheit hat es ihnen einfach am Grundlegendsten
gefehlt, auf das eigentlich jedes Kind Anspruch haben sollte:
eine kindgerechte, liebevolle Betreuung.
Die Autorin Dagmar Wortham war fassungslos, welche Zustände
in manchen Heimen herrschen: "Da gibt es Aggression, leidvolle
Erfahrungen, grausame Machtspiele, unzureichende Betreuung, Interesselosigkeit,
fehlende Ausbildung, es stehen wirtschaftliche Überlegungen
im Vordergrund statt das Wohl der Kinder und es regiert oft Ignoranz."
Viele SozialpädagogInnen, Fachkräfte, aber auch die
Jugendämter scheinen ihrer Aufgabe nicht mehr gewachsen zu
sein und selbst unter dem System zu leiden. Die gesamte Konzeption
der sogenannten "Fremdunterbringung" und der zuständigen
Kontrollorganisation scheint viel zu oberflächlich und es
fehlen ausgefeilte Betreuungs- und Behandlungsmöglichkeiten
für die Kinder.
"Aus den vielerorts so ungeliebten 'Heimkindern' können
später unsere Nachbarn werden, daher sind wir letztendlich
alle dafür verantwortlich, was aus ihnen wird. Denn Achtung
und Respekt, die wir anderen erweisen, kommen immer wieder zurück
- ebenso wie Missachtung und Respektlosigkeit, die sich in den
Kinderseelen für alle Zeit einbrennen."
Pressekontakt
Mag. Maria Schlager
Goldegg Verlag GesmbH
Mommsengasse 4/2, 1040 Wien
Tel: +43 1 505 43 76-46 Fax: -20
Mobil: +43 699 1440 4445
maria.schlager@goldegg-verlag.at
Die ungeliebten Kinder. Endstation Heim?
Dagmar Wortham
Hardcover, 272 Seiten
ISBN: 978-3-902729-03-3
Preis: 19,80 € [A]; 19,30 € [D]
Aussender: Goldegg
Verlag
Ansprechpartner: Mag. Maria Schlager
email: maria.schlager@goldegg-verlag.at
Tel. +43 1 5054376-46
Heimerziehung: Tarzan war die Schlimmste
Eine 70-jährige Frau sucht das Verlies ihrer Jugend. Nonnen
hatten sie wochenlang hier eingesperrt, um sie zur Besinnung zu
bringen.
Sie wollte an diesen finsteren Ort zurück. Erika Sommer*
hat alles in ihrem Kopf durchgespielt. Sie würde das Kirchenschiff
betreten, seitlich eine Treppe hinuntersteigen, muffigen Kellergeruch
einatmen. Dann würde sie vor der Korrekturzelle stehen, wo
sie wochenlang auf dem kalten Lehmboden saß. Sie hatte panische
Angst, hierherzukommen, doch etwas in ihr sehnte sich auch danach.
Vielleicht würde sie hier endlich weinen können, wie
sie es nie konnte: „Einfach alles aus mir herausweinen.“
Weiter lesen: http://www.profil.at/articles/1028/560/273115/heimerziehung-tarzan-schlimmte
Runder Tisch
Ehemalige Heimkinder verlangen mehr als Anerkennung
Berlin. Seit eineinhalb Jahren arbeitet ein Runder Tisch das
Schicksal von Heimkindern in der Bundesrepublik in den 50er und
60er Jahren auf. Wirklich zufrieden ist Sonja Djurovic mit den
Ergebnissen aber nicht.
Das ehemalige Heimkind begrüßt zwar die Fortschritte
in der wissenschaftlichen Aufarbeitung der Geschichte. "Aber",
so Djurovic zur FR, "es hilft uns in den praktischen Fragen
nicht weiter, solange etwa Zwangsarbeit in den Heimen am Runden
Tisch nicht auch als solche anerkannt wird." In der Entschädigungsfrage
sei man kaum vorangekommen.
weiter lesen: http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/2840410_Runder-Tisch-Ehemalige-Heimkinder-verlangen-mehr-als-Anerkennung.html
Opfer-Vertreterin am Runden Tisch
«Heimkinder» will Opferrente
Berlin (KNA) Eine der Opfer-Vertreterinnen am «Runden
Tisch Heimerziehung» fordert eine Opferrente von 300 Euro
monatlich. Diese solle nicht auf andere staatliche Leistungen
angerechnet werden. «Die heute noch lebenden ehemaligen
Heimkinder erwarten eine Entschädigung», sagte Sonja
Djurovic der «Berliner Zeitung» (Dienstag). Sie schlägt
für die Auszahlung des Geldes eine Fonds-Lösung vor.
weiter lesen: http://www.liborius.de/nachrichten/ansicht/artikel/opfer-vertre.html
Schuld und späte Sühne
Ehemalige Heimkinder fordern 300 Euro Opferrente
Auszug: Gründung einer Stiftung angeregt
Die Opfervertreter am Runden Tisch haben ihre Forderungen deshalb
nun schriftlich formuliert und an die Vertreter von Staat, Kirchen
und Wohlfahrtsverbänden adressiert. Sie verlangen eine Opferrente
von 300 Euro im Monat, die auf keine andere staatliche Leistung
anzurechnen ist. "Wir haben uns an vergleichbare Fälle,
wie etwa die der SED-Opfer oder der Heimkinder in der ehemaligen
DDR gehalten", sagte Djurovic. Letztere haben, anders als
die Heimkinder in der Bundesrepublik, einen Anspruch auf Entschädigungen,
weil für sie das "Gesetz über die Rehabilitierung
und Entschädigung von Opfern rechtsstaatswidriger Strafverfolgungsmaßnahmen
im Beitrittsgebiet" (StrRehaG) gilt. Djurovic macht jedoch
geltend: "Bei uns gab es ebensolche Heime, in denen ebensolches
Unrecht geschah."
lesen: http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0713/politik/0044/index.html
Ergebnisprotokoll der 8. Sitzung
des Runden Tisches Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren
am 01./ 02. Juli 2010
Auszug: Prof. Dr. Christian Schrapper berichtete
über Ergebnisse der Zusammenführung und Aufbereitung
von Erfahrungs- und Lebensberichten ehemaliger Heimkinder.
... noch relativ wenige Betroffene gemeldet, gemessen an einer
möglichen Gesamtzahl von 500.000 bis 1 Mio. Aus diesen Meldungen
lassen sich keine regionalen oder lokalen Schwerpunkte erkennen.
Die Meldungen sind bundesweit verteilt und häufen sich lediglich
nach der medialen Aufmerksamkeit in einzelnen Regionen. Die Betroffenen
berichten aber regelmäßig über massive Schädigungen
durch eine schlechte Betreuung und Versorgung sowie überzogene
Strafpraxis, Gewalt und Demütigung. Viele leiden heute an
akuten physischen und psychischen Beschwerden und führen
diese auf ihre Heimerfahrungen zurück.
... Im Weiteren wurde die Heimerziehung entlang der Wege ins
Heim, der Erziehungsmethoden in den Heimen und der Thematik Arbeitszwang
erläutert.
Dabei wurde deutlich, dass es in der Heimerziehung der frühen
Bundesrepublik zu zahlreichen Rechtsverstößen gekommen
ist, die nach heutiger und oft auch nach damaliger Rechtslage
und deren Auslegung nicht mit dem Gesetz vereinbar waren.
lesen: http://www.rundertisch-heimerziehung.de/documents/Ergebnisprotokoll_Sitzung8_RTH.pdf
Die eingebrachten: „Lösungsvorschläge
zum Tagesordnungspunkt 5.3 Entschädigung für
die Sitzung 8. am 01.-02.07.10“
seitens Sonja Djurovic, Eleonore Fleth, Rolf Breitfeld
und Stefan Beuerle, Mitglieder des RTH wurden nicht beachtet.
Bischöfin soll schon vor Jahren
von Missbrauchsfall gewusst haben
Schwere Vorwürfe gegen die Nordelbische Kirche: Nach SPIEGEL-Informationen
ist die Hamburger Bischöfin Maria Jepsen bereits 1999 über
sexuelle Übergriffe eines Pastors an Minderjährigen
in ihrer Kirche informiert worden - und nicht erst im Mai. Die
Geistliche streitet das ab.
Hamburg - Der Ruf der Nordelbischen Kirche bekommt herbe Kratzer
- und ausgerechnet die leitende Geistliche ist dafür verantwortlich:
Die Hamburger Bischöfin Maria Jepsen soll nach Informationen
des SPIEGEL 1999 mehr über einen Missbrauchsfall in der Nordelbischen
Kirche gewusst haben, als sie dazu jüngst öffentlich
mitgeteilt hat.
weiter lesen: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,705769,00.html
So einen Tod kann man niemandem
wünschen
Gerold Becker war der Hauptbeschuldigte, sein Name stand wie kein
anderer für den Missbrauchsskandal an der Odenwaldschule.
Nun ist der ehemalige Schulleiter gestorben. Die Opfer hatten
bis zuletzt auf eine persönliche Entschuldigung gewartet
- jetzt hoffen sie auf eine schnelle Aufarbeitung.
Das Haus, in dem Gerold Becker während seiner Zeit an der
Odenwaldschule gelebt und in dem er immer wieder auch Schüler
missbraucht hat, steht jedem offen. Innen erinnert nichts mehr
an den früheren Schulleiter, der 1969 nach Ober-Hambach kam,
die Schule seit 1972 leitete und 1985 verließ. Im Treppenhaus
hängen Fotocollagen an den Wänden, die Bilder zeigen
Jugendliche mit Bierflaschen in der Hand, bei Spaziergängen
am Strand, Grimassen schneidend. Schüleralltag an der Odenwaldschule.
weiter lesen: http://www.spiegel.de/schulspiegel/0,1518,705659,00.html
Sexuelle Belästigung an Gesamtschule?
Gegen einen Hamburger Gesamtschullehrer ermittelt die Staatsanwaltschaft
wegen des Verdachts der sexuellen Belästigung. Die Strafanzeige
erstatteten die Eltern eines Schülers - weder die Schulbehörde
noch die Schulleitung zeigten den Fall an.
Die Hamburger Bildungssenatorin Christa Goetsch (GAL) muss sich
mit einem Ermittlungsverfahren gegen einen Lehrer auseinandersetzen.
Der Pädagoge, der an der 2006 mit dem Deutschen Schulpreis
ausgezeichneten Max-Brauer-Gesamtschule unterrichtete, steht im
Verdacht, einen Schüler sexuell belästigt zu haben.
weiter lesen: http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,704994,00.html
Geld heilt keine Seelen
Hephata bittet ehemalige Heimkinder um Entschuldigung
Treysa. Schläge, sexuelle Übergriffe und psychische
Gewalt in der Heimerziehung waren in den fünfziger bis siebziger
Jahren an der Tagesordnung. Etwa 1.600 Kinder, die damals in Hephata
lebten, waren täglich dieser Art der Erziehung ausgesetzt.
15 von ihnen erheben inzwischen schwerwiegende Vorwürfe gegen
das Diakonie-Zentrum.
Jetzt folgt die späte Entschuldigung. Auf einer Pressekonferenz
am vergangenen Montag erklären die Hephata-Direktoren Barbara
Eschen und Peter Göbel-Braun: „Wir, der Vorstand der
Hephata-Diakonie und der Vorstand der Diakonischen Gemeinschaft
Hephata, bitten alle, die als Kinder und Jugendliche damals in
Hephata Leid an Leib und Seele erfahren haben, um Entschuldigung.“
weiter lesen: http://www.heimat-nachrichten.de/index.php?artikel=50296
Leere Worte der Entschuldigung
sind billig - sie bringen weder Heilung, Wiedergutmachung, soziale
Rehabilitation noch Gerechtigkeit.
Sieglinde Alexander
Podiumsdiskussion: Aufklärung über sexuellen Missbrauch
als gemeinschaftliche Aufgabe und als Frage der gesellschaftlichen
Sensibilisierung
Traumatische Erfahrungen verändern
das Gehirn
Die Odenwaldschule in Ober-Hambach könnte, was den Umgang
mit sexuellem Missbrauch angeht, zu einem Modell für Deutschland
werden. Kaum eine andere Institution macht die Aufklärung
der Missbrauchsfälle so zum Thema wie das Internat an der
Bergstraße und intensiviert damit eine öffentliche
Diskussion. Dies zeigt sich auch im Programm der Festwoche zum
Bestehen der Schule seit 100 Jahren.
Prof. Thomas Schläpfer, Neurobiologie an der Universität
Bonn, präsentierte zum Auftakt einer Podiumsveranstaltung
zum Thema Missbrauch und seinen Folgen ernüchternde Zahlen:
16 Prozent aller Frauen in den USA erleiden in ihrem Leben eine
Vergewaltigung, zehn Prozent aller US-Frauen, also 13 Millionen,
leiden unter posttraumatischen Belastungsstörungen. Vergleichbare
Daten aus Mitteleuropa oder gar Deutschland gibt es Schläpfer
zufolge nicht. Fakt aber sei, dass mehrere im Kindesalter erfahrene
Stress-Situationen - darunter in ihrer Häufigkeit allen voran
die Trennung der Eltern, sehr oft aber auch sexueller Missbrauch
- weitere Risikofaktoren erhöhen: vierfach höheres Fettsuchtrisiko,
zehnfach höheres Risiko von Drogenmissbrauch, sechsfach höheres
Risiko für Gewalt gegenüber dem Partner.
weiter lesen: http://www.morgenweb.de/nachrichten/dritte_seite/20100709_mmm0000000245261.html
Missbrauch in der Kirche
Schulbrüder bestreiten Missbrauchs-Vorwürf
Erste Anzeigen der Klasnic-Kommission - Erzdiözese Wien bestätigt
Verdacht - Schulbrüder bestreiten Vorwürfe
Die Vorwürfe wiegen schwer. 1993 soll ein elfjähriger
Junge mehrmals im Internat des römisch-katholischen Ordens
der Schulbrüder in Wien-Strebersdorf vergewaltigt worden
sein. Mehrere Angehörige und Mitarbeiter des Ordens sollen
an den Misshandlungen beteiligt gewesen sein. Diese Vorwürfe,
die schon in den 1990er Jahren vor Gericht kamen, veranlassen
nun die Kommission zur Aufklärung und Ahndung sexuellen Missbrauchs
innerhalb der katholischen Kirche erstmals eine Sachverhaltsdarstellung
an die Wiener Staatsanwaltschaft zu übermitteln.
Im Ö1-Morgenjournal am Dienstag berichtete die Arbeitsgruppe,
die von der ehemaligen steirischen Landeshauptfrau Waltraud Klasnic
geleitet wird, von besonders schwerwiegenden Verdachtsfällen
wegen Kindesmissbrauch. Mittlerweile hat die Erzdiözese die
Fälle bestätigt, dass es sich bei den Vorfällen
um den Missbrauchsverdacht gegenüber einem Verantwortlichen
der Schulbrüder handelt, die betroffenen Schulbrüder
wehren sich gegen die Anschuldigungen und bestreiten die Vorwürfe.
Schulbrüder bestreiten Vorwürfe
Erste Ermittlungen wurden 1997 eingestellt, da keine Anhaltspunkte
für ein strafbares Verhalten der beschuldigten Lehrer und
Erzieher von der Staatsanwaltschaft festgestellt werden konnten.
„Die Staatsanwaltschaft hat keine Gründe gefunden",
so der Rechtsanwalt der Schulbrüder, Farid Rifaat, bei einer
Pressekonferenz am Dienstag. Die Mutter des mutmaßlichen
Opfers hat daraufhin eine zivilrechtliche Klage angestrebt, diese
wurde jedoch ebenfalls abgewiesen.
weiter lesen: http://derstandard.at/1277337461021/Missbrauch-in-der-Kirche-Schulbrueder-bestreiten-Missbrauchs-Vorwuerf
Berliner Fachrunde gegen sexuellen
Missbrauch an Mädchen und Jungen
„Edel sei das Opfer, hilflos
und gut?“
Dokumentation des Symposiums am 25. Juni 2007
http://www.berlin.de/imperia/md/content/lb-lkbgg/praevention/sexuellegewalt/25_6_07.pdf?start&ts=1244792629&file=25_6_07.pdf
Heimkinder fordern
Rente
Berlin - Die am 'Runden Tisch Heimerziehung' vertretenen ehemaligen
Heimkinder fordern von Staat, Kirchen und Wohlfahrtsverbänden
eine Opferrente von 300 Euro im Monat, die auf keine andere staatliche
Leistung anzurechnen ist. Das Geld sollten die ehemaligen Träger
der Heime in einen Fonds zahlen; auch sollen sie Kosten für
Traumatherapien übernehmen. 'Wer in die Mühlen der sogenannten
Fürsorge geriet, konnte sich nie wieder davon erholen', erklären
die ehemaligen Heimkinder, 'die meisten von uns haben ihr Leben
an der untersten Stufe der sozialen Leiter verbracht...
weiter lesen: http://www.sueddeutsche.de/s5a38S/3435463/Heimkinder-fordern-Rente.html
Kirche verschanzt sich hinter Verjährung
Am 6.7.2010 wies das Landgericht Würzburg eine Schadensersatzklage
wegen
sexuellen Missbrauchs durch einen katholischen Priester ab. Klägerin
ist die heute 49-jährige Frau Cornelia W., die als Kind im
katholischen Marienheim in Würzburg über mehrere Jahre
hinweg von einem katholischen Priester sexuell missbraucht und
vergewaltigt wurde und von einer Nonne des Franziskanerordens
Maria Stern brutal geschlagen wurde. Es kam gar nicht erst zu
einer Beweisaufnahme über die furchtbaren Zustände in
dem katholischen Heim, denn die Diözese Würzburg hatte
die Einrede der Verjährung erhoben.
Obwohl während des Prozesses bekannt wurde, dass Kinderschändungen
in
katholischen Einrichtungen an der Tagesordnung waren und obwohl
die
deutschen Bischöfe landauf landab verkündeten, sie wollen
endlich an die
Opfer denken, hielt das Bistum seine Verjährungseinrede aufrecht.
weiter lesen: http://www.top-medien-berlin.de/content/view/833/1/
Hephata entschuldigt sich bei ehemaligen
Heimkindern
Schwalmstadt. Die Treysaer Diakonieeinrichtung Hephata arbeitet
ein heikles Kapitel ihrer Vergangenheit auf: Sadismus, körperliche,
seelische und auch sexuelle Gewalt an ehemaligen Heimkindern.
15 ehemalige Heimkinder haben jetzt teilweise schwere Vorwürfe
gegen die Heimerziehung in Hephata erhoben. „Was geschehen
ist, ist absolut unerträglich“, sagte Peter Göbel-Braun.
weiter lesen: http://www.hna.de/nachrichten/schwalm-eder-kreis/schwalmstadt/hephata-entschuldigt-sich-ehemaligen-heimkindern-829731.html
Presseinformation
Der Runde Tisch „Heimerziehung in
den 50er und 60er Jahren“ hat sich am 01./02. Juli 2010
zu seiner achten Sitzung getroffen
Nachdem der Runde Tisch in seinem Zwischenbericht vom Januar
dieses Jahres bereits Leid und Unrecht in der damaligen Heimerziehung
gesehen und anerkannt hat, stand eine umfassende Betrachtung des
Unrechts aus pädagogischer und rechtlicher Sicht im Mittel-punkt
dieser achten Sitzung. Dabei wurde deutlich, dass es in der Heimerziehung
der frühen Bundesrepublik zu zahlreichen Rechtsverstößen
gekommen ist, die nach heutiger und oft auch nach damaliger Rechtslage
und deren Auslegung nicht mit dem Gesetz vereinbar wa-ren. Dies
gilt auch und insbesondere für elementare Grundsätze
der Verfassung wie das Rechtsstaatsprinzip, die Unantastbarkeit
der Menschenwürde und das Recht auf persönliche Freiheit
und körperliche Integrität. Aus pädagogischer Sicht
stand die Praxis der Heimerzie-hung vielfach im Widerspruch zu
damaligen fachlichen Überzeugungen. Zwar kann nicht da-von
gesprochen werden, dass die Heimerziehung generell Unrecht war
oder Unrecht zwin-gend nach sich zog. Es zeigt sich aber, dass
Unrecht vielfach begünstigt, zugelassen und nur unzureichend
unterbunden wurde.
Die in der achten Sitzung diskutierten Expertisen zu rechtlichen
Fragen und zu den Erzie-hungsvorstellungen in der Heimerziehung
der 50er und 60er Jahre sowie die Expertise „Was
hilft ehemaligen Heimkindern bei der Bewältigung ihrer komplexen
Traumatisierung?“ sind unter http://www.rundertisch-heimerziehung.de/documents/RTH_Expertise_Trauma.pdf
abrufbar.
Der Runde Tisch „Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren“
ist auf Anregung des Deut-schen Bundestages im Februar letzten
Jahres zusammengekommen und arbeitet bis Ende 2010 die bundesrepublikanische
Heimerziehung der 50er und 60er Jahre auf.
Der im Januar 2010 veröffentliche Zwischenbericht
ist unter http://www.rundertisch-heimerziehung.de/documents/RTH_Zwischenbericht.pdf
abrufbar.
Berlin, 02.07.2010
Pressekontakt:
Geschäftsstelle Runder Tisch „Heimerziehung
in den 50er und 60er Jahren“
Mühlendamm 3, 10178 Berlin - Deutschland / Germany
Tel.: 0049 (0) 30 - 400 40 228
Fax: 0049 (0) 30 - 400 40 232
E-Mail:
info@rundertisch-heimerziehung.de
Homepage: www.rundertisch-heimerziehung.de
Erziehungsvorstellungen in der
Heimerziehung der 50er und 60er Jahre –
Maßstäbe für angemessenes Erziehungsverhalten
und für Grenzen ausgeübter Erziehungs- und Anstaltsgewalt
http://www.rundertisch-heimerziehung.de/documents/RTH_Expertise_Erziehungsvorstellungen.pdf
Expertise: „Rechtsfragen der Heimerziehung der
50er und 60er Jahre“ http://www.rundertisch-heimerziehung.de/documents/RTH_Expertise_Rechtsfragen.pdf
Kinderheim und Psychiatrie in der
NS-Zeit
Geschrieben von pethens
Samstag, 3. Juli 2010
Glaubt man Prognosen, nach denen ehemalige Heimkinder eine überdurchschnittliche
Delinquenz aufweisen, dann müßte diese Gruppe im Rahmen
der Justiz sich als ein signifikanter Täterkreis erschließen
lassen.
Dies wäre immerhin ein methodischer Angang, um das Defizit
der fehlenden Heimakten für die NS-Zeit zum Teil heben zu
können. Bei den Fürsorgeeinrichtungen liegt für
diese Zeit, wenn überhaupt, ein stark reduzierter Aktenbestand
vor oder der Aktenbestand beginnt erst mit dem Jahr 1945. Man
wird den Eindruck nicht los, als ob hinter diesem Faktum Methode
steckt. Die Berufung auf irgendwelche Regelungen hinsichtlich
der Pflicht zur Aufbewahrung wirkt dabei häufig wie eine
Erleichterung, sich mit der NS-Zeit nicht beschäftigen zu
können oder zu müssen.Um das Dilemma anschaulich zu
machen, vor dem die historische Forschung bei
der Geschichtsschreibung über die Heime in der NS-Zeit steht,
mag hier auf das verwiesen werden, was z.B. Annette Lützke
über den Umgang mit den Akten des Landesjugendamtes Rheinland
ausgeführt hat (Öffentliche Erziehung und Heimerziehung
für Mädchen 1945 bis 1975 - Bilder "sittlich verwahrloster"
Mädchen und jungen Frauen (2002), Seite 15): "Im LJA
Rheinland als aktenführende überörtliche Behörde
wurden Einzelfallakten der Fürsorgeerziehung als Hauptakte
mit allen persönlichen Angaben und Berichten aus den Erziehungsheimen
gesammelt, aufbewahrt und nach Jahrgängen geordnet.
weiter lesen: http://www.top-medien-berlin.de/content/view/828/1/
Heimkinder und schwarzer Winkel
- ein (verdrängtes) Problem?
Geschrieben von pethens
Donnerstag, 1. Juli 2010
Das "Reichsbürgergesetz" vom 15. September 1935
(RGBl. I, S. 1146), das zu den sogenannten "Nürnberger
Rassengesetzen" gehört, bestimmte, daß nur die
Deutschen, die sich des Deutschtums würdig erweisen, die
Reichsangehörigkeit besitzen können. Zu den Reichsangehörigen
wurden Deutsche mit unerwünschtem
Verhalten nicht gerechnet. In ihnen wurden Personen gesehen, von
denen eine nachhaltige Gefährdung oder soziale Beeinträchtigung
der Volksgemeinschaft ausging. Da ihnen ein Treuebruch gegenüber
dem deutschen Volk unterstellt wurde, galten sie als Reichsfeinde,
d.h. als Volks- und Staatsfeinde.
Allgemein wurde diese Gruppe mit dem Namen "Gemeinschaftsfremde"
belegt. Sie wurden rechtlich schlechter gestellt und galten aufgrund
eines unterstellten biologischen Defekts als rassisch minderwertig.
Vor diesem Hintergrund wandelte sich die Fürsorge im Dritten
Reicht zur "Minderwertigenfürsorge". Dies betraf
nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder, vor allem jene, die
sich in Kinderheimen und Fürsorgeanstalten befanden. Allgemein
wurden zahlreiche Personen, die als gemeinschaftsfremd bezeichnet
wurden, in Konzentrationslager eingeliefert und mit dem "schwarzen
Winkel" markiert.
weiter lesen: http://www.top-medien-berlin.de/content/view/827/1/
Erinnerungen eines Klosterzöglings:
„Prügel für alles“
STEYR. Priester haben die Schlüsselbunde wie Schlagringe
benutzt und die Heimkinder im Kloster Gleink verprügelt.
In seiner Erzählung „Der Klosterzögling“
(Bibliothek der Provinz) arbeitet Franz Josef Stangl die Ohnmacht
eines Buben und das Versagen des Jugendamtes damals auf.
OÖN: Sie haben zuvor ein Buch geschrieben Der „Bastard
– der Fürsorgezögling“. Sie wurden als lediges
Kind ins Heim gesteckt.
Stangl: Ich habe den Buchtitel gewählt, weil ich so gerufen
wurde: Ich wurde nicht „Franz“, ich wurde „Bastard“
gerufen. Es war in einem Dorf in der Weststeiermark, stockkatholisch
und ewiggestrig, schlimm, ja schlimm war das.
OÖN: Die Fortsetzung ist das Buch „Der Klosterzögling“
und beschreibt wie Sie in Obhut der Patres in Steyr-Gleink waren.
Stangl: Die Fürsorge in Graz hat mich von Graz, wo ich in
einem relativ liberalen Heim war und weggelaufen bin, nach Gleink
verfrachtet. Das Buch beginnt, dass mich jemand von dem Heim abholt
und mit mir zum Bahnhof geht. Es beschreibt das ganze System.
OÖN: Zu dem System in Gleink gehörten Prügel ?
Stangl: Ja, ja, freilich. Das war normal damals. Die Priester
haben genauso geschlagen wie die Brüder, die Fratres, wie
die Weltlichen. Es war System.
weiter lesen: http://www.nachrichten.at/oberoesterreich/steyr/art68,422907
Ex-Ministrant: Missbrauch
hinter Altar
Weiteres mutmaßliches Opfer meldet sich zu Wort - Pater G.
soll Tat auch in Nußdorf begangen haben - Bistumssprecher:
Kapelle wurde „nicht entweiht“
Hintergrund: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Zollitsch
Der Missbrauch an einem ehemaligen Ministranten im Umfeld der
Klosterkirche Birnau war möglicherweise kein Einzelfall.
Beim SÜDKURIER meldete sich nun ein 51-jähriger Mann
zu Wort, der mitteilt, in der zur Birnau gehörenden Kapelle
in Überlingen-Nußdorf Ende der 60er Jahre missbraucht
worden zu sein.Täter sei auch hier Pater G. gewesen, der
seit mehreren Wochen in den Schlagzeilen steht.
Unterdessen ließ die Staatsanwaltschaft Konstanz durchblicken,
dass die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen Erzbischof
Robert Zollitsch wegen des Vorwurfs der Beihilfe zu sexuellem
Missbrauch an Kindern möglicherweise schon in diesen Tagen
zu einem Abschluss kommen. Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft
mitteilte, fehlten der zuständigen Staatsanwältin noch
wichtige Unterlagen, die aber demnächst beigebracht würden.
weiter lesen: http://www.suedkurier.de/region/bodenseekreis-oberschwaben/ueberlingen/Ex-Ministrant-Missbrauch-hinter-Altar;art372495,4359085
Ich hoffe aber, dass das erlebte
Leid nicht sinnlos war
N.N. wurde vor 40 Jahren von einem Priester der katholischen
Kirche mehrfach missbraucht – Jetzt hat er in Rom Klage
gegen den Täter und gegen Erzbischof Zollitsch eingereicht
– N.N. im Kath.Net-Exklusiv-Interview über seine Leidensgeschichte
Linz (kath.net)
Kath.Net: Sie wurden vor etwa 40 Jahren von Pater G., einem Priester
der katholischen Kirche, mehrfach missbraucht und haben darüber
bereits auch in vers. Medien gesprochen. Was ist seit diesen Medienberichten
geschehen?
N. N.: Nach meiner Meldung im Jahr 2006 wie auch 2010 ist nichts
für mich Erkennbares passiert. Weder die Erzdiözese
Freiburg noch die Abtei Mehrerau haben Straf- oder Kirchenrechtsverfahren
eingeleitet noch den Priester seines Amtes enthoben, so dass er
weiter mit Kindern und Jugendlichen Umgang hatte. Das war für
mich ein unerträglicher Zustand, so dass ich im März
diesen Jahres den Täter zum Rücktritt auffordern musste.
Obwohl ich sie dazu mehrmals aufforderte, hat Freiburg und Mehrerau
bislang nicht selbst aktiv nach weiteren Opfern und Zeugen gesucht,
wie es beispielsweise das Bistum Basel sofort nach Kenntnis gehandelt
hat. Basel hat vorbildlich reagiert, selbst recherchiert, Opfer
gefunden, Anzeigen erstattet.
weiter lesen: http://www.kath.net/detail.php?id=27268
News
Juni 2010
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Mai 2010
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April 2010
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Archive Maerz. 2010 |